Aktien Schweiz: SMI zurück auf Verliererstrasse - "Brexit" im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt bleibt mit Blick auf die "Brexit"-Abstimmung von nächster Woche unter Druck und verliert weiter an Terrain. Der Leitindex SMI hat am Donnerstag nach dem gestrigen, vorsichtigen Erholungsversuch wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Von den Abgaben der Grossbanken belastet rutschte der SMI zu Handelsbeginn bis an die Schwelle von 7'600 ab, konnte sich aber in der Folge leicht davon absetzen. Kaum einen Einfluss auf das Marktgeschehen hatten die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank (SNB) oder zahlreiche, gemischt ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag.
16.06.2016 15:28

Der drohende EU-Austritt Grossbritanniens hat die Finanzmärkte wieder fest im Griff. Im Handel sei man gespannt darauf, wie die britische Bevölkerung sich entscheiden wird, so ein Händler. Keine Überraschungen lieferten diverse Notenbanken. So belässt die SNB die Negativzinsen auf Giroguthaben bei -0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25%. SNB-Präsident Thomas Jordan bekräftigt in seinen Ausführungen die Absicht, auch im Falle eines "Brexit" wenn nötig am Devisenmarkt zu intervenieren. Zuvor hatten zudem sowohl die Notenbanken in Japan und den USA keine Kursänderung vorgenommen, und auch die Bank of England bleibt im "wait and see"-Modus.

Bis um 14.55 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,54% auf 7'637,85 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,84% auf 1'150,86 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,57% auf 8'284,02 Punkte ein. Von den 30 Blue Chips notieren 28 im roten Bereich. Derweil neigt der Schweizer Franken sowohl zum Euro (1,0813 CHF) als auch zum US-Dollar (0,9678 CHF) weiterhin zur Stärke.

Bei den Blue Chips stehen einmal mehr Credit Suisse (-3,1% auf 11,25 CHF) stark unter Druck. Im frühen Handel sind sie gar bis auf 11 CHF zurückgefallen. Aber auch UBS (-0,8%) verlieren klar an Wert. Die SNB hat den beiden Grossbanken am Donnerstag in ihrem Bericht zur Finanzstabilität zwar eine Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, aber weitere Massnahmen angemahnt. Würden die Banken ihre Risiko-Positionen nämlich nicht anpassen, bräuchten sowohl UBS wie auch Credit Suisse laut SNB je rund 10 Mrd CHF an zusätzlichem Eigenkapital.

Auf ihrem Tauchgang werden die Grossbankentitel von einigen Zyklikern begleitet. So büssen LafargeHolcim 2,2% und die beiden Chemietitel Clariant und Lonza je 1,5% ein. Auch Sonova fallen mit -2,6% bzw. 3,20 CHF stark zurück, was aber zum Teil mit dem heutigen Dividendenabgang im Umfang von 2,10 CHF je Titel zu erklären ist.

Grössere Einbussen sind etwa noch bei Aryzta (-2,2%), Galenica (-1,5%) oder den Versicherern Swiss Re und Swiss Life (beide -1,5%) zu sehen. Im Gegenzug machen Actelion (+0,1%) ohne konkrete News leicht an Boden gut. Der Titel ist einer der wenigen Blue Chips, die derzeit auf ein positives Jahressaldo kommen. Ansonsten stehen nur noch Kühne+Nagel (+0,1%) leicht im Plus.

Die Schwergewichte Nestlé (-0,2%), Novartis (-0,1%) geben dem Gesamtmarkt etwas Halt, während Roche 0,6% einbüssen.

Am breiten Markt fallen Ams (-0,8%) nach einer Übernahme im Bereich Infrarotsensorik nicht auf. Bei den Gewinnern sind Perrot Duval (+4,0%) und Addex (+8,2%) ganz vorne mit dabei. Auf der Gegenseite geben Von Roll 11% und Kuros 6,1% stark nach.

mk/rw

(AWP)