Aktien Schweiz: SMI zwischen Gewinnen und Verlusten in volatilem Handel

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tut sich am Donnerstag bis zum Mittag schwer, eine klare Richtung zu finden. Nachdem der SMI zunächst im Minus gestartet war, ist er im weiteren Verlauf immer wieder ins Plus gedreht und hat kurzzeitig auch die 8'000er-Marke wieder passiert. Laut Händlern ist der Markt derzeit hin- und hergerissen.
30.06.2016 12:55

Während die Hoffnung auf eine konzertierte Aktion der weltweit wichtigsten Zentralbanken dem Markt immer wieder einen positiven Schub gebe, zögen die Sorgen vor einer anhaltenden politischen Unsicherheit ihn wieder nach unten, erklärt ein Händler. Gerade mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen im November sei nach dem Brexit selbst das scheinbar Unmögliche nicht mehr auszuschliessen, ergänzt der Experte. Mit Blick auf die Erholungstendenz der vorangegangenen zwei Tage schränkt er ein, dass es sich dabei nicht um eine echte Umkehr gehandelt habe, da sie nicht alle Branchen gleichermassen erfasst habe.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert am Donnerstagmittag gegen 12.10 Uhr nahezu unverändert bei 7'979,93 Zählern (+0,01%). An diesem letzten Handelstag des ersten Halbjahres 2016 sieht seine Bilanz verhalten aus: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von annähernd 10% zu Buche. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,08% auf 1'175,97 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,05% auf 8'616,70 Zähler. Von den 30 Blue Chips stehen 16 im Minus und 14 im Plus.

In einem insgesamt eher nachrichtenarmen Umfeld bilden die Aktien der Swisscom (+1,4%) und von Syngenta (-1,0%) die beiden Extrempole unter den Blue Chips. Beim Blick auf die weiteren Kursgewinner und -verlierer lassen sich allerdings kaum Muster ausmachen. So legen mit LafargeHolcim (+1,2%) und Schindler (+0,5%) durchaus auch Zykliker zu, während die eher defensiven Novartis (-0,4%) leicht fallen.

Die anderen beiden Schwergewichte Nestlé (+0,3%) und Roche (-0,1%) tragen zum insgesamt uneinheitlichen Marktbild bei.

Während sich bei den Bankenwerten die Aktien der CS (+0,7%) im Verlauf erholen, bauen die Anteilsscheine von Julius Bär (+1,3%) ihren Vorsprung weiter aus. Sie profitieren dabei nicht zuletzt von einer Hochstufung durch die US-Bank Morgan Stanley. Nach Ansicht der Experten ist die Privatbank in dem aktuell stürmischen Umfeld besser positioniert als ihre Konkurrenten. Die Papiere der UBS (-0,2%) pendeln dagegen in einer engen Spanne zwischen Plus und Minus.

Die beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,4%) ändern bis zum Mittag ebenfalls die Vorzeichen und knüpfen an die Erholung vom Vortag an. Analysten haben sich bei beiden Aktien zuletzt sehr vorsichtig gezeigt. Beide dürften unter der politische Unsicherheit und den neuen Verwerfungen auf Währungsseite leiden.

Im breiten Markt gehören die Papiere der beiden Vermögensverwalter GAM (+7,0%) und EFG International (+5,4%) nach Hochstufungen durch Kepler Cheuvreux zu den Spitzenreitern.

Mit Vontobel (+4,0%) folgt dicht auf ein weiterer Finanzwert. Die Bank rückt mit der Raiffeisen-Gruppe wieder näher zusammen. Vontobel erwirbt die Vermögensverwaltungstochter Vescore von Raiffeisen zu einem nicht genannten Preis. Für den Analysten der UBS macht die Vescore-Transaktion strategisch durchaus Sinn, da Vontobel damit nachhaltige und quantitative Anlagemöglichkeiten erhalte.

Das Gegenstück bilden im breiten Markt die Aktien von Highlight Event and Entertainment (-5,1%), der Tornos Holding (-4,0%) und Leclanché (-3,0%). Unternehmensspezifische Nachrichten gab es nicht.

Ausserdem ist die Immobiliengesellschaft Investis an diesem Morgen erfolgreich an der Börse gestartet. Die Aktien notieren mit 56,05 CHF über dem ersten Kurs, der bei 53,75 CHF gestellt wurde. Emittiert worden waren die Aktien zu 53 CHF und damit eher am unteren Ende der zuvor angestrebten Bandbreite 49 bis 68 CHF.

hr/tp

(AWP)