Aktien Schweiz: SMI zwischenzeitlich im Plus - Nestlé grösste Gewinner

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstag gemessen am Schweizer Leitindex zur Mittagszeit mehr oder weniger unverändert. Der SMI tendierte am Vormittag über längere Strecken klar im Minus, kämpfte sich aber mit der Unterstützung des Schwergewichts Nestlé kurzzeitig wieder ins Plus vor. Das Hauptaugenmerk am Berichtstag liegt auf dem Investorentag des Lebensmittelkonzerns und Aussagen des Managements, welche die Analysten offenbar nicht eindeutig einschätzen können.
26.09.2017 12:45

Negativ lastet auf der Stimmung derweil eine weitere Verschärfung der Rhetorik zwischen Nordkorea und den USA die Stimmung: Der nordkoreanische Aussenminister drohte mit dem Abschuss von US-Kampfflugzeugen. Denn die USA hätten seinem Land den Krieg erklärt, so dieser. Das Weisse Haus wies die Aussage als "absurd" zurück. In Anbetracht der Spannungen sei ein Schlussquartal wahrscheinlich, das von soliden Wirtschaftsdaten und einem wackligen politischen Umfeld geprägt bleibt, so ein Marktanalyst. Allerdings dürfte dennoch das eher risikogeneigte Umfeld anhalten.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.50 Uhr 0,03% höher bei 9'143,28 Punkten. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert hingegen 0,19% auf 1'461,95 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,02% auf 10'423,02. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, vier im Plus und einer unverändert.

Nestlé (+1,5%) präsentieren sich am Dienstag äusserst volatil. Nachdem die Titel zunächst deutlich fester eröffneten, fielen sie zwischenzeitlich klar ins Minus und führen mittlerweile erneut die Gewinnerliste unter den Bluechips an. Die ersten Kommentare zu den Ankündigungen im Vorfeld des Investorentags gingen auseinander. Einige Marktteilnehmer hatten sich mehr erwartet und zeigten sich zunächst enttäuscht. Das neu angekündigte Margenziel sei "nicht beeindruckend" im Vergleich zu Konkurrenten, hiess es etwa, wobei andere von einer positiven Überraschung mit Blick auf das neu angekündigte Profitabilitätsziel sprachen.

An der Präsentation konnte der neue CEO Mark Schneider dann offenbar doch noch von seiner Zuversicht für das Unternehmen überzeugen. Chancen gebe es etwa durch die Digitalisierung. Er sagte aber auch, dass die angestrebte Beschleunigung des Wachstums bei gleichzeitiger Verbesserung der Profitabilität "harte Arbeit" sei, für die Aktionäre aber attraktiv.

Die "kleineren" Schwergewichte Roche (-0,6%) und Novartis (-0,4%) notieren dagegen etwas schwächer. Denn für Roche hat Exane BNP das Rating auf "Underperform" von zuvor "Neutral" gesenkt. In der Produktpipeline habe sich das Gefüge von den Chancen verstärkt in Richtung der Risiken verschoben, hiess es.

Mit Blick auf Novartis will Vas Narasimhan, der per 1. Februar 2018 Joseph Jimenez als CEO ersetzt, auf digitale Technologien setzen. Mit einem effizienten Einsatz könnten bei klinischen Studien bis zu 25% der Kosten eingespart werden, sagte er im Interview mit der "Financial Times".

Etwas zulegen können neben Nestlé noch Credit Suisse (+0,5%) - nach hohen Verlusten am Vortag. Die ZKB bestätigte am Dienstag die Einschätzung "Übergewichten" für die Grossbank - aus Bewertungsgründen und wegen eines guten Kostenmomentums. Der nächste Kurstreiber sei der Investorentag Ende November. Dieser könnte möglicherweise im Zeichen von Fintech stehen. Die Grossbank habe seit Jahrzehnten Innovationen an vorderster Front mit geprägt, und die Distanz zum Schweizer Fintech-Leader, der UBS, könnte sich verkürzen.

Massiv unter Druck stehen dagegen Aryzta (-4,2%) - nach dem starken Plus von fast 5% am Dienstag nach der Zahlenvorlage. Am Morgen sind weitere - eher negative - Kommentare inklusive Kurszielsenkungen eingetroffen. Trotz des neuen Managements und der festgezurrten Finanzierung sei noch unklar, wie das Unternehmen die zahlreichen internen und externen Herausforderungen angehen will, so etwa Vontobel.

Deutlich schwächer notieren zudem noch Partners Group (-1,1%), Vifor, Kühne+Nagel und Richemont (-0,8%).

Am breiten Markt geben Newron (-5,4% auf 15,05 CHF) nach der Platzierung neuer Aktien bei institutionellen Investoren zum Bezugspreis von 13,50 CHF pro Titel deutlich ab. Addex und Kuros werden nach Halbjahreszahlen unverändert gehandelt

ys/ra

(AWP)