Aktien Schweiz: US-Arbeitsmarktbericht bringt SMI ins Plus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagnachmittag höher. Nachdem der Leitindex SMI die Mehrheit des Tages knapp in der Verlustzone seitwärts vor sich hin dümpelte, brachte die Publikation des Arbeitsmarktberichts in den USA den Aktien einen Schub bis klar in die Gewinnzone. Der Jobaufbau im Juni habe die mageren Zahlen vom Mai etwas zu kompensieren vermocht, hiess es in ersten Reaktionen. Insgesamt ist aber dennoch eine Mehrheit der Beobachter der Ansicht, dass das Fed im laufenden Jahr keine Zinserhöhung mehr vornehmen wird.
08.07.2016 15:06

Bereits am Vormittag sanken die Kurse der hiesigen Aktien ab, womit sich die Erholung des Vortags lediglich als Strohfeuer in einer insgesamt schwachen Börsenwoche erweist. Weiterhin wird die Stimmung von der allgemeinen Unsicherheit im Zusammenhang mit der EU-Abstimmung in Grossbritannien belastet. Aber auch die Sorgen um den italienischen Bankensektor hemmen die Investoren.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 14.45 Uhr 0,37% auf 7'993,67 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,36% auf 8'622,17 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt wegen der beschränkten Gewichtung der Schwergewichte gar um 0,67% auf 1'170,96 Punkte zu. Von den 30 Blue Chips verzeichnen 22 ein Plus, sechs ein Minus, Sonova und Richemont stehen unverändert.

Richemont haben damit die zuvor deutlichen Verluste innert kurzer Zeit wettgemacht; für eine gewisse Zeit lag der Titel mit einem Minus von über 1% am Ende der Rangliste. Dabei litten die Titel unter einer Abstufung durch Morgan Stanley auf "Equalweight" von "Overweight". Das Segment für harte Luxusgüter dürfte unter Druck sein unter anderem vor dem Hintergrund hoher Einkaufspreise, heisst es dazu. Die Bank beurteilt Richemont als "ziemlich unattraktiv" und sieht ein Abwärtsrisiko von nahezu 40% in einem rezessiven Szenario.

Auch für Swatch (+0,6%) hat die US-Bank das Kursziel deutlich zurückgenommen und das Rating "Underweight" bestätigt. Der Titel lag bis vor der Publikation des Arbeitsmarktberichts ebenfalls im Minus.

Belastet wird der Gesamtmarkt insbesondere von den beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche (je -0,2%), allerdings haben auch diese beiden Titel einen Teil noch grösserer Verluste wieder abgebaut. Nach den jüngsten Rebounds litten die beiden unter Gewinnmitnahmen, heisst es in Marktkreisen dazu. Viele Investoren würden zudem wegen der eingetrübten konjunkturellen Aussichten ihre Aktienquote generell senken. Und weil die Pharmariesen in zahlreichen Portfolios eine hohe Gewichtung aufweisen würden, seien sowohl Novartis wie auch Roche anfällig für solche Positionssenkungen.

Noch mehr büssen einzig Galenica (-0,8%), nach einer Kurszielreduktion durch Jefferies, Lonza (-0,4%) und Actelion (-0,3%) ein. Für das Biopharma-Unternehmen Actelion haben indes sowohl Exane BNP als auch Berenberg die Kursziele im Vorfeld der Halbjahreszahlen angehoben. Für Lonza hingegen hat die UBS das Kursziel zurückgenommen.

Gestützt vom freundlichen US-Arbeitsmarktbericht belegen Adecco (+3,6%) den Spitzenplatz. Guten Gewinn verzeichnen überdies LafargeHolcim (+3,5%), Julius Bär (+3,4%) und CS (+3,0%). CS erholen sich damit weiter vom Sturz unter die Marke von 10 CHF von dieser Woche und etablieren sich bei derzeit 10,34 CHF klar darüber.

Givaudan (+1,2%) werden von Spekulationen über möglicherweise starke Halbjahreszahlen gestützt.

cf/ys

(AWP)