Aktien Schweiz: Verhaltener Start mit freundlicher Tendenz

Der Schweizer Aktienmarkt ist verhalten in die neue Woche und damit ins Schlussquartal gestartet, mit allerdings leicht freundlicher Tendenz. Eindeutig positive Impulse für weiter steigende Kurse sind zum Wochenbeginn kaum vorhanden. Etwas gestützt wird das Sentiment von der Einigung auf eine Neuauflage des Nafta-Abkommens zwischen den USA und Kanada, während Konjunkturdaten aus China vom Wochenende negative Signale sendeten.
01.10.2018 11:30

Im Fokus der Investoren in Europa stehen aber weiterhin auch die Sorgen um das Budget von Italien. Die Konfrontation mit der Europäischen Kommission könnte sich in den kommenden Wochen noch verschärfen und es bestehe ein Risiko einer Herabstufung durch die Ratingagenturen, heisst es in einer Einschätzung der Credit Suisse. Dies könnte die italienischen Anlagewerte zusätzlich belasten. Die Bank bestätigt in der Folge die negative Einschätzung für europäische Aktien.

Um 10.45 Uhr steht der Swiss Market Index (SMI) 0,12 Prozent höher bei 9'098,94 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zieht um 0,21 Prozent auf 1'485,92 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,17 Prozent auf 10'826,03 Punkte.

Auch die Zürcher Kantonalbank geht laut einer aktuellen Markteinschätzung davon aus, dass die Budgetverhandlungen zwischen Italien und der EU schwierig werden dürften, was für eine erhöhte Volatilität an den Märkten spräche. Am Ende werde wohl ein Kompromiss gefunden, mit dem auch die Finanzmärkte leben könnten, dies könne sich aber bis Jahresende hinziehen. Defensive Aktienmärkte wie die Schweiz und die USA seien deshalb zu bevorzugen.

An der Spitze der SMI/SLI-Tabelle stehen derzeit die beiden erst seit vergangenem Montag im SLI geführten AMS (+1,8%) und Temenos (+1,2%).

Gesucht sind etwa auch Sonova (+1,0%) und Clariant (+0,9%) sowie trotz schwacher Konjunkturdaten aus China Richemont und Swatch (je +0,9%).

Die Schwergewichte zeigen sich uneinheitlich: Während Novartis (+0,3%) etwas zulegen, büssen Roche (-0,3%) in ähnlichem Rahmen an Terrain ein. Nestlé stehen unverändert.

Bei den Banken geben UBS (-0,3%) und CS (-0,2%), welche am Freitag wegen der Sorgen um das Budget von Italien noch allesamt unter Druck gestanden hatten, weiter nach, allerdings vergleichsweise moderat. Am Freitagabend wurde bekannt, dass sich die Credit Suisse mit der Börsenaufsicht der USA auf die Beilegung eines weiteren Rechtsstreits geeinigt hatte. Die Strafzahlung von 10 Mio US-Dollar für Verfehlungen im sogenannten Retail Execution Services-Geschäft (RES) aus früheren Jahren ist allerdings gering. Julius Bär (+0,3%) rücken im Gegensatz dazu leicht vor.

Dufry geben dagegen nach einer Kurszielsenkung durch die Credit Suisse um 0,5 Prozent und damit am meisten nach. Die organischen Wachstumstrends hätten sich im dritten Quartal abgeschwächt und die Schätzungen würden entsprechend reduziert, heisst es zur Begründung bei der Credit Suisse.

Im breiten Markt verzeichnen Aryzta nach der Vorlage der Jahreszahlen 2017/18 ein massives Plus von 33 Prozent. Die Zahlen lagen mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. In Marktkreisen wurde zwar unter anderem auf den schwachen Cashflow hingewiesen. Die Investoren erfreuen sich aber offenbar am positiv gestimmten Ausblick. Ausserdem hat der Titel im laufenden Jahr bis am Freitagabend rund 75 Prozent an Wert verloren, so dass auch mit dem heutigen Höhenflug noch immer eine negative Jahresperformance von über 66 Prozent hängen bleibt.

Gurit stehen nach Bekanntgabe einer grösseren Akquisition in Dänemark 1,8 Prozent fester. Die Übernahme, welche den Umsatz von Gurit um rund einen Drittel ausweitet, wird grundsätzlich begrüsst. Da bereits im kommenden Jahr Synergien erwartet würden, scheine auch der Kaufpreis vernünftig, heisst es beispielsweise in einem Kommentar von Baader Helvea. Die Abhängigkeit vom noch immer subventionierten Windmarkt werde aber noch stärker.

Jeweils nach Halbjahreszahlen büssen Airopack (-2,3%) und The Native (-2,8%) an Wert ein.

cf/ra

(AWP)