Aktien Schweiz: Verluste ausgebaut - Grossbanken im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwochvormittag tiefer in die Verlustzone abgerutscht. Der SMI ist gar unter die Marke von 8'900 Punkten zurückgefallen, wo er zuletzt Mitte Juli notiert hatte.
05.09.2018 12:11

Die bestehenden Risikofaktoren wie Handelskrieg und Schwellenländerkrise drücken auf die Stimmung. Da zudem ein Mangel an kursrelevanten Nachrichten von einheimischen Unternehmen herrscht erhält der Markt von dieser Seite her kaum Stimulans.

Die Ingredienzen dafür, dass der September ein schwacher Börsenmonat werden könnte, seien somit vorhanden, sagte ein Händler. Zutaten seien eine weitere Eskalation des Handelskrieges der USA mit China, Währungskrisen in der Türkei und Argentinien, eine Rezession in Südafrika sowie die Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Brexit. Was nicht dazu passe, sei die anhaltende Rekordlaune der Anleger in New York. Alles in allem präsentiere sich das Umfeld aber so, dass ein vorsichtiges Agieren der Anleger angebracht sei.

Um 12 Uhr notiert der Swiss Market Index (SMI) 0,6 Prozent tiefer bei 8'999 Punkten.

Höher notieren lediglich die beiden Grossbankenwerte UBS mit +1,4 Prozent und Credit Suisse mit +0,4 Prozent.

Keine Stütze sind die Schwergewichte Roche (-0,5%), Novartis (-0,1%) und Nestlé (-1 Prozent).  Die Aktien des Nahrungsmittelherstellers profitieren dabei nicht von einer Studie von Kepler Cheuvreux zum Sektor, den die Analysten weiter mit Overweight einstufen und in dem sie Nestlé als Favoriten sehen.

Verluste von 0,8 Prozent respektive 1,6 Prozent verbuchen auch Julius Bär und LafargeHolcim. Bernstein hat das Kursziel für den Baustoffkonzern reduziert. Die Analysten bestätigen aber das Analgerating Outperform und begründen dies damit, dass das zweite Halbjahr besser als das schwache erste ausfallen dürfte. Für die Aktien der Privatbankengruppe Julius Bär wiederum hat Vontobel das Kursziel nach unten revidiert.

Swiss Re geben 0,8 Prozent nach. Japan wurde vom stärksten Wirbelsturm seit 25 Jahren heimgesucht und der Tropensturm "Gordon" ist im Süden der USA auf Land getroffen. Zur Höhe der Schäden liegen aber noch keine Schätzungen vor.

Im breiten Markt stechen Kuros mit massiven Abgaben von 10,5 Prozent hervor. Das Biotech-Unternehmen hat im ersten Halbjahr erneut einen Verlust geschrieben. Zudem nahmen die flüssigen Mittel stark ab.

Auch Temenos verlieren mit -5,2 Prozent überdurchschnittlich, nachdem Jefferies die Abdeckung der Titel mit der Einstufung Underperform wieder aufgenommen haben. Die Analysten rechnen mit einer langsameren Marktentwicklung insbesondere in den USA.

Auf der Gewinnerliste fallen MCH mit +4 Prozent auf. Der Messebetreiber hatte am Vortag ein durchmischtes Halbjahreserbenis veröffentlicht.

Unter den Kursgewinnern figurieren auch Kudelski mit einer Avance von 1,6 Prozent. Die Kudelski-Tochter Nagra erhielt vom Medienkonzern Vodafone einen Auftrag.

Am Vortag der Präsentation des Halbjahresergebnisses legen die Aktien von Polyphor ausserdem 1,6 Prozent zu.

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SMI10'830.38+2.10%
CS Group N12.990+1.88%
UBS Group N14.795+3.10%
Schindler Hldg N254.00+1.52%
Goldman Sachs Gr Rg337.00+2.94%
Roche Hldg G303.15+1.73%
Novartis N78.86+2.56%
Nestle N99.36+0.80%
Julius Baer Grp N58.28+3.96%
LafargeHolcim N53.90+2.82%
Kuros Bioscienc N2.250+2.27%
Vontobel Holding N71.00-2.14%
Swiss Re N91.54+3.25%
MCH Group N13.700+0.37%
TEMENOS N132.00+1.54%
Polyphor N7.410-2.37%
Kudelski P4.700+1.18%
Vodafone Group Rg1.248+1.30%