Aktien Schweiz: Verluste - Italien sorgt für Turbulenzen

Nach einem freundlichen Start in das Schlussquartal 2018 steht der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag ganz im Zeichen der Sorgen um Italien.
02.10.2018 12:08

Nachdem der Leitindex SMI bereits um gut ein halbes Prozent schwächer in den Handel gestartet war, hat er die Abschläge im weiteren Handelsverlauf etwas ausgeweitet und bewegt sich seither in einer engen Spanne.

Die jüngsten Aussagen aus der italienischen Regierung hinterlassen ihre Spuren nicht nur am Aktienmarkt. Auch der Devisen- und Bondmarkt bekommt die erhöhte Unsicherheit der Investoren zu spüren. Grund für die schwachen Notierungen ist der sich anbahnende Konflikt um das italienische Haushaltsbudget. Angefeuert werden die Sorgen an diesem Morgen durch Aussagen vom Lega-Wirtschaftsexperten Claudio Borghi. Der Euroskeptiker sagte im italienischen Radio, mit einer eigenen Währung wäre Italien in der Lage, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Der Euro sei hingegen "nicht ausreichend", um die fiskalischen Probleme Italiens zu bewältigen.

Der Swiss Market Index (SMI) fällt gegen 12Uhr um 0,70 Prozent auf 9'066Punkte.

Am Devisenmarkt reagiert der Euro mit Verlusten auf die jüngsten Kommentare aus Rom. Zum Franken geht er aktuell mit 1,1317 um und bewegt sich damit auf Tagestief. An Bondmarkt steht der Conf Future noch immer um 42 Basispunkte höher. Im frühen Handel war er noch deutlicher gestiegen.

Auf Aktienseite hinterlässt die Unsicherheit um Italien ihre Spuren vor allem bei den Finanzwerten. Angefangen von der Swiss Life über die Credit Suisse, die Swiss Re, UBS und Julius Bär geben Finanzwerte zwischen 1,5 und 0,8 Prozent nach. Sie bewegen sich damit im Einklang mit ihren europäischen Branchenkollegen, die ebenfalls deutlich zurückfallen.

Noch stärker fallen die Kursverluste beim Uhrenhersteller Swatch (-3%) am Vormittag aus. In einem Analystenkommentar der RBC sprechen die Experten davon, dass der Graumarkt eine wachsende Herausforderung für die Uhrenhersteller darstelle. Zudem habe sich die Stimmung der Anleger seit dem Sommer wegen des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China deutlich abgekühlt. Konkurrent Richemont fallen um 1,8 Prozent.

Im Laufe des Vormittags weiten auch die Aktien vom Chiphersteller und Index-Neuzugang AMS ihre Verluste auf 1,3 Prozent aus. Hier hatte die Deutsche Bank am Morgen das Kursziel gesenkt und dies mit gewissen Abwärtsrisiken begründet.

Einzige Gewinner sind aktuell die Aktien von Schwergewicht Nestlé, die nach einer neu ausgesprochenen Kaufempfehlung von Jefferies um 0,5 Prozent zulegen. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-0,4%) und Novartis (-0,7%) tragen dagegen zum schwächeren Gesamtbild bei.

Sonova halten sich mit einem unveränderten Kurs ebenfalls besser als der Gesamtmarkt.

Im breiten Markt fallen noch die Aktien vom Gebäudetechniker Meier Tobler mit einem Abschlag von 6,2 Prozent auf. Sie setzen so ihren Abwärtstrend fort, nachdem sie bereits seit Juli nach der Ankündigung zum Dividendenverzicht stark nachgegeben haben. Der mit einem Anteil von knapp 40 Prozent grösste Aktionär der Gruppe, Ferguson, hat die Beteiligung jüngst unter den Marktwert abgeschrieben. Gleichzeitig hat sich der Umsatzrückgang im dritten Quartal noch verstärkt.

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SMI10'308.67+0.90%
SLI1'563.09+1.67%
SPI12'835.36+0.94%
EUR/CHF1.0787-0.01%
Swiss Life Hldg N350.70+3.18%
CS Group N9.244+5.45%
Julius Baer Grp N38.97+4.67%
Swiss Re N69.76+3.66%
UBS Group N10.270+6.12%
Royal Bank Canad Rg94.49+0.32%
The Swatch Grp I216.30+3.54%
CieFinRichemont N62.20+2.64%
ams I19.050+2.45%
Roche Hldg G328.00-0.89%
Novartis N80.79+0.60%
Deutsche Bank N7.250+6.40%
Sonova Hldg N234.60+14.38%
Nestle N109.88+0.11%
Meier Tobl Grp N9.780+3.16%
Molecular Partn N15.940+3.10%
Geberit N540.40+1.35%