Aktien Schweiz: Verluste leicht eingedämmt - Clariant weiter top

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Dienstagmittag weiterhin mehrheitlich negative Vorzeichen. Die Tiefststände aus der ersten Handelsstunde hat der SMI aber hinter sich gelassen und vorübergehend beinahe wieder das Schlussniveau des Vortages erreicht. Weiterhin sind es insbesondere Nestlé, welche den Gesamtmarkt nach unten ziehen, während Clariant als Toprunner des Tages obenaus schwingen.
04.07.2017 12:28

Insgesamt bleibe die Stimmung auf dem Börsenparkett verhalten und positive Impulse fehlten, meinte eine Stimme im Handel. Überdies trübten die wieder etwas gesunkenen Ölpreise, welche die vergangenen Tage noch gestützt hatten, die Laune der Investoren etwas. Und aus den USA kommen am Berichtstag wegen des Nationalfeiertags keine Signale. Mit einer gewissen Spannung warten die Investoren noch auf eine Rede des EZB-Chefökonomen Peter Praet in Rom, von der man sich weitere Anzeichen auf einen allfälligen "Einstieg in den Ausstieg" erhofft.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.45 Uhr 0,24% tiefer bei 8'988,22 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt deswegen lediglich 0,02% auf 1'424,09 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 10'212,01 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln verbuchen je die Hälfte Gewinne und Verluste.

Clariant halten mit einem Plus von 3,4% gegen den fallenden Gesamttrend weiterhin klar die Führung inne. Der Grossaktionär White Tale will den geplanten Zusammenschluss von Clariant mit dem in etwa gleich grossen US-Mitbewerber Huntsman verhindern. Mit einem Stimmenanteil von 7,2% ist die aus dem Hedgefonds Corvex und Standard Industries zusammengesetzte Aktionärsgruppe nicht mehr länger ein Leichtgewicht.

Ein Analyst zeigte sich wenig überrascht über den Einstieg des für seine aktive Einflussnahme bekannten Finanzinvestors. Seines Erachtens haben die Firmenverantwortlichen von Clariant in den letzten Jahren exzellente Arbeit geleistet und das Unternehmen zu einem hochmargigen Spezialitätenhersteller heranwachsen lassen. Der geplante Zusammenschluss mit Huntsman würde diese Transformation nun wieder verwässern, so seine Ansicht. Ein weiterer Kommentator meinte, dass nach dem Einstieg von White Tale eine Gegenofferte eines grossen Chemieherstellers wahrscheinlicher sei als bisher.

Überdurchschnittlich gesucht sind darüber hinaus auch Swiss Life (+1,1%) und Credit Suisse (+0,9%). Letztere erhalten durch eine Aufstufung durch die Société Générale auf "Hold" von "Sell" etwas Rückenwind. Mit der neuen, Ende April bekannt gegebenen, Strategie adressiere die Grossbank die Sorgen der Märkte, so die Begründung. Für Swiss Life hat HSBC das Kursziel zwar deutlich erhöht, dieses liegt aber noch immer klar unter dem aktuellen Aktienkurs und entsprechend lautet die Einstufung weiterhin "Sell".

Im Rahmen einer Sektorstudie für Versicherungen hat HSBC auch das Kursziel von Swiss Re erhöht, hier bleibt das Rating auf "Overweight". Die Aktie gehört mit einem Plus von 0,6% ebenfalls zur erweiterten Spitzengruppe.

Bâloise (-0,3%) werden dagegen von einer Rückstufung durch HSBC auf "Reduce" etwas gebremst.

Auf der Verliererseite fallen allerdings insbesondere Swatch mit einem Minus von 1,0% auf. Belastet wird der Gesamtmarkt aber insbesondere von den schwachen Nestlé (-0,7%), welche sich damit weiter vom Allzeithoch vom vergangenen Montag entfernen. Nach dem Kurssprung von letzter Woche würden sich kurzfristig agierende Marktteilnehmer bereits wieder aus den Titeln verabschieden, hiess es dazu am Markt.

Die Abgaben in den beiden Pharmatiteln Novartis (-0,3%) und Roche (-0,1%) sind etwas moderater.

Im weiteren verlieren verschiedene Titel aus dem erweiterten Industriesegment wie ABB, Schindler oder Sika je gut ein halbes Prozent.

Im breiten Markt fallen Dormakaba nach der Ankündigung einer kleineren Akquisition in Australien um 0,2% leicht zurück, AMS nach dem Abschluss der Übernahme von Princeton Optronics um 2,6% gar deutlich..

Cham Paper verteuern sich dagegen um 3,3%, nachdem das Unternehmen erste Angaben zum ersten Semester publiziert hat.

cf/rw

(AWP)