Aktien Schweiz Vorbörse: China-Daten bremsen - SNB im Fokus

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag eine schwächere Eröffnung ab. Nach fünf Tagen mit stark steigenden Kursen und zuletzt einer Seitwärtsbewegung am Mittwoch dürfte sich damit die Konsolidierungsphase vorerst fortsetzen. Die Vorgaben aus den USA sind zwar positiv, in Asien geben die Aktien dagegen mehrheitlich nach. Für die dortige Zurückhaltung sind unter anderem neue Konjunkturdaten aus China verantwortlich. Dort mehren sich die Zeichen für ein langsameres Wachstum.
14.09.2017 08:45

Angesichts der dünnen Nachrichtenlage auf Unternehmensseite konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Investoren hierzulande auf den neuesten Lagebericht der Schweizerischen Nationalbank. Die Notenbank dürfte gemäss den allermeisten Experten ihre expansive Geldpolitik ein weiteres Mal bestätigen. Denn die seit Wochen anhaltende "Frankenschwäche" sei kein ausreichender Grund für eine Kursänderung, hiess es in Ökonomenkreisen im Vorfeld. Es wird allerdings genau auf die Wortwahl der SNB geachtet werden. Interessieren wird auch eine allfällige Änderung der SNB-Konjunkturprognose.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,09% tiefer bei 9'045,80 Punkten.

Die grössten Abgaben verzeichnen dabei Swiss Life mit einem Minus von 1,0%. Der Versicherer ist betreffend des Crossborder-Geschäfts mit US-Kunden von der US-Justizbehörde kontaktiert worden. In den USA werden derzeit von den zuständigen Behörden komplexe Lebensversicherungen, sogenannte Insurance Wrapper, dahingehend untersucht, ob sie zur Umgehung von Steuerpflichten benutzt wurden. Swiss Life selbst schreibt dazu in einer Mitteilung, dass sämtliche Versicherungsverträge gemäss der US-FATCA-Gesetzgebung erfasst und gemeldet worden seien.

Deutlicher sind auch die vorbörslichen Abgaben in Swiss Re (-0,5%) - nach warnenden Aussagen des Konkurrenten Munich Re im Zusammenhang mit den Sturmschäden in den USA. Dort seien hohe versicherte Schäden zu erwarten, was das Gewinnziel für das laufende Jahr in Frage stelle, hiess es seitens Munich Re am Vorabend. Dagegen gehen Zurich und Bâloise (je -0,1%) in etwa mit dem Markt.

Richemont (-0,3%) setzen ihren Abwärtstrend nach den Verlusten des Vortags im Anschluss an das Trading-Statement für die ersten fünf Monate fort, dies nach verschiedenen Kurszielerhöhungen und einer Rücknahme des Ratings auf "Hold" durch die Deutsche Bank. Der Rückgang der Aktie trotz allgemein positiv kommentierter Zahlen wurde am Vortag auf Gewinnmitnahmen im Anschluss an den starken Lauf der Vorwochen zurückgeführt.

Die übrigen Titel verzeichnen Verluste im Bereich von knapp über 0 bis 0,1%, so etwa auch die Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis. Das letztgenannte Unternehmen hat Studien-Fortschritte der Tochtergesellschaft Sandoz mit dem Biosimilar Adulimumab gemeldet.

Einzige Gewinner unter den Bluechips sind gegen den Trend Julius Bär (+0,4%) und Clariant (+0,1%).

Am breiten Markt erhalten Kudelski (+0,4%) von einem Auftrag für die Tochtergesellschaft Nagra der deutschen Fussballliga etwas Support.

cf/ys/ra

(AWP)