Aktien Schweiz Vorbörse: Dank guten Vorgaben deutlich höhere Eröffnung erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte die Sitzung vom Donnerstag mit klar höheren Kursen eröffnen. Händler verweisen dabei auf die guten Vorgaben. In den USA hätten wichtige Indices (S&P 500, Nasdaq) nach dem jüngsten Rückschlag mit den höchsten Gewinnen seit Monaten eine deutliche Reaktion gezeigt, meinten Händler.
29.06.2017 08:45

Nachbörslich bestätigte sich dann der Optimismus der Anleger, haben doch erstmals alle grossen US-Banken den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank Fed bestanden. Sie erhielten damit grünes Licht, in grossem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen auszuschütten. Weiterhin sollten laut Händlern aber auch die Devisenmärkte im Auge behalten werden, habe doch das Währungspaar EUR/USD erstmals seit einem Jahr wieder die Marke von 1,14 überschritten. Zum Franken war der Dollar im asiatischen Handel bis auf 0,9562 abgerutscht.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,39% höher bei 9'111,94 Punkten.

Weiter im Aufwind sind nach bereits guten Avancen vom Vortag die Grossbanken UBS (+1,0%) und CS (+1,2%), die ganz offensichtlich von der guten Stimmung im US-Bankensektor profitieren. Etwas weniger stark avancieren derweil die Papiere der Privatbank Julius Bär (+0,4%).

Besonders gesucht sind vorbörslich auch Novartis (+0,9%). Der Basler Pharmakonzern hat für sein Mittel Zykadia die EU-Zulassung erhalten. Das Mittel darf demnach künftig als Erstlinientherapie bei sogenanntem fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) eingesetzt werden. Roche GS (+0,2%) zeigen sich derweil nur unterdurchschnittlich im Plus.

Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (+0,2%) scheint ebenfalls nicht an die klaren Gewinne vom Vortag anknüpfen zu können. Im Zusammenhang mit dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm über 20 Mrd CHF, das bereits nächste Woche beginnen soll, hatten die Aktien des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers am Mittwoch klar zugelegt und dem SMI damit zu einem ganz leichten Plus verholfen.

News gibt es auch von Schindler (+0,2%). Der Lift- und Rolltreppenhersteller kauft das deutsche Familienunternehmen Dralle Aufzüge aus Bielefeld mit 90 Mitarbeitern, wobei die Konditionen nicht bekannt wurden.

Gegen den Trend klar im Minus dürften derweil LafargeHolcim (-0,3%) eröffnen. Die Deutsche Bank hat ihr Rating für den Titel auf "Hold" von "Buy" und das Kursziel reduziert. Die anhaltenden Unsicherheiten beim Zementhersteller könnten den Aktienkurs deutlich bremsen, hiess es. Bislang habe das Management jedenfalls jegliche Strategie- und Zieleankündigung, die über 2018 hinaus gingen, verschoben.

Im breiten Markt dürften aufgrund der Erholung bei den Technologie-Werten u.a. Logitech (+1,0%) gesucht sein. Der Computerzubehör-Hersteller will - wie er in der Nacht auf Donnerstag bekannt gab - seinen Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 eine rund 10% höhere Dividende von 0,62 CHF pro Aktie ausschütten. Begründet wird dies mit dem höchsten operativen Cashflow der letzten sieben Jahre.

Und weiter im Fokus stehen auch Idorsia (kein vorbörslicher Kurs). Das kleine Pharmaunternehmen hat seit der Kotierung an der SIX am 16. Juni bereits rund zwei Drittel an Wert zugelegt. Hier hat sich das Geheimnis hinter den jüngsten Management-Transaktionen gelüftet. Das Ehepaar Jean-Paul und Marine Clozel hat eine Beteiligung von 22,84% an der Abspaltung der von Johnson & Johnson übernommenen Actelion gemeldet.

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(AWP)