Aktien Schweiz Vorbörse: Deutlich tiefer - Handelskrieg sorgt für Turbulenzen

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnen sich zum Wochenbeginn gewisse Turbulenzen ab. Nach sehr schwachen Vorgaben aus den USA und zum Teil hohen Kursverlusten am Montag an vielen asiatischen Märkten ist auch hierzulande mit einem deutlichen Minus zum Handelsbeginn zu rechnen. Grund für die erneute starke Verunsicherung an den Finanzmärten ist die weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China.
26.08.2019 08:45

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Erhöhung von Zöllen auf amerikanische Waren durch die Regierung in Peking scharf kritisiert und umgehend eine Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Waren angekündigt. Bereits am Freitag im späten Handel kam es entsprechend zu deutlichen abgaben, die nun aber hierzulande weitergehen dürften. "Ich denke, wir müssen uns heute gut anschnallen", meinte ein Händler. Jedenfalls stelle dies eine weitere ernsthafte Eskalationsstufe im Handelskrieg dar und mache ein Handelsabkommen in der nächsten Zeit sehr unwahrscheinlich.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI verliert um 08.15 Uhr gegenüber dem Handelsschluss am Freitag 1,02 Prozent auf 9'645,70 Punkte. Vor dem Wochen war der hiesige Leitindex nach einer sehr volatilen Sitzung zum Schluss bereits um gut 0,6 Prozent gefallen.

Bei Anlegern dürften heute vor allem wieder Gold, Bonds und die als Safe-Haven bekannten Währungen Franken und Yen im Vordergrund stehen, heisst es im Markt. Der verschärfte Handelsstreit hat auch den Blick wieder etwas weggenommen von den Zentralbanken. Praktisch während der ganzen letzten Woche hatten Börsianer auf eine Rede von Fed-Präsident Jerome Powell am Freitag auf der Notenbank-Konferenz in Jackson Hole gewartet, die dann aber nicht allzu viel Neues brachte.

Bei den Einzelwerten sind vorbörslich alle SMI-Titel tiefer gestellt. Die Unterschiede halten sich allerdings in Grenzen: am stärkten unter Druck stehen die Aktien der Grossbanken CS (-1,7%) und UBS (-1,4%) sowie die konjunktursensitiven ABB (-1,4%), Adecco (-1,4%) und LafargeHolcim (-1,2%). Die geringsten Abgaben werden bei SGS, Swiss Life und Swisscom (je -0,7%) gesehen. Die Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis bewegen sich in etwa mit dem Gesamtmarkt.

Auch bei den Nicht-SMI-Titeln sind kaum grosse Ausreisser auszumachen. Grösste Verlierer sind vorbörslich Kudelski (-1,7%) und Georg Fischer (-1,6%), am anderen Rand der Tabelle stehen Emmi, Flughafen Zürich und Vifor (je -0,6%).

Wichtige Unternehmensnews sind derweil zum Wochenbeginn praktisch keine vorhanden.

uh/ra

(AWP)