Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas festere Eröffnung erwartet - UBS gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag fester eröffnen und somit die Aufwärtsbewegung des Vortages fortsetzen. Am Donnerstag hatte der Leitindex SMI um mehr als ein Prozent gewonnen und ist zurück auf die Marke von 9'200 Punkten geklettert. Getragen wurde die Rally von den Entscheiden der Europäischen Zentralbank EZB, die nach einem sanften Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik sucht. In der Schweiz richten sich die Blicke zu Wochenschluss auf die UBS, die mit Quartalszahlen die Vorgaben übertroffen hat. Dagegen kommt bei LafargeHolcim die Senkung der Guidance nicht gut an.
27.10.2017 08:45

Die letzte Stufe der Jahresendrally sei gezündet worden und sie könnte die Aktienmärkte noch ein kleines Stück weiter aufwärts führen, meint ein Händler. Nebst den gut aufgenommenen EZB-Voten, tragen auch starke Zahlen der US-Technologiekonzerne Alphabet, Amazon und Microsoft oder die Entwicklung in Katalonien zur guten Stimmung bei. Im Konflikt um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region steht die separatistische Regierung in Barcelona vor dem Aus, womit ein Unsicherheitsfaktor am Markt an Kraft verliert.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI steht um 08.20 Uhr 0,20% höher bei 9'218,62 Punkten.

UBS führen mit einem Plus von 1,3% die Blue Chips im vorbörslichen Geschäft deutlich an. Die Grossbank hat im dritten Quartal etwas mehr verdient und damit die Prognosen der Analysten übertroffen. Des weiteren konnte im Rechtsfall im Zusammenhang mit der 2009 verkauften Banco UBS Pactual, in dem es um verschiedene Steuerbescheide in Brasilien geht, eine Einigung erzielt werden. Credit Suisse tendieren derzeit mit 0,3% fester. Swiss Re steigen im Finanzsektor mit einer Ratingerhöhung mit 0,7%.

LafargeHolcim büssen nach Vorlage von Zahlen um 2,3% ein. Der Zementkonzern hat im dritten Quartal zwar etwas mehr umgesetzt als erwartet, jedoch liegen die bereinigten Zahlen zum Betriebsgewinn hinter den Vorgaben zurück. Für Unmut unter den Anlegern sorgt indessen die Senkung der Guidance für das laufende und auch für das kommende Jahr. Als Grund wird die sich abschwächende Geschäftsdynamik genannt. Weiter gab LafargeHolcim bekannt, dass mit Pretoria Portland Cement aus dem südlichen Afrika Gespräche über eine mögliche Transaktion geführt werden.

Noch deutlicher rutschen Clariant (-6,0%) ab. Das Spezialchemieunternehmen musste den Abbruch des Fusionsvorhabens mit dem US-Mitbewerber Huntsman bekanntgegeben. Dies sei in gegenseitigem Einvernehmen geschehen, hiess es. Die Aktionärsgruppe White Tale, die stets gegen den Deal opponiert hat, baute ihren Anteil zuletzt auf 20% aus. Damit wäre es schwierig geworden, an der ausserordentlichen Generalversammlung die für die Fusion notwendige Zweidrittel-Mehrheit zusammenzubekommen. Mit der Absage geht in der Aktie einiges an Fusionsfantasie verloren.

Die Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche (je +0,2%) bewegen sich im Rahmen des Gesamtmarkts, nachdem vor allem Nestlé und Novartis das Rally am Vortag mitgetragen hatten. Am Freitag wurde bekannt, dass die Europäische Medikamentenbehörde EMA das Biosimilar Pegfilgrastim der Novartis-Tochter Sandoz für eine Prüfung akzeptieren will. Ausserdem stellt Roche in Paris neue Daten zum MS-Medikament Ocrevus (Ocrelizumab) vor.

Sika (+0,2%) dürften die Avancen vom Donnerstag leicht ausbauen. Dabei hält der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain nach jahrelangem Streit um die Übernahme der Schweizer Bauchemiefirma an seinem Vorhaben fest. Die Vereinbarung zum Kauf der Sika-Stimmrechtsmehrheit wurde bis zum 30. Juni 2018 verlängert.

Im breiten Markt steigerte der Spinnereimaschinenhersteller Rieter (Aktie: +1,7%) den Umsatz nach neun Monaten über Erwarten deutlich und erholt sich weiter von der zuletzt gesehenen Marktflaute. Auf der Gegenseite büssen Leonteq 3,3% ein. Mitgründer Jan Schoch steigt nun vollständig aus dem Finanzunternehmen aus, nachdem er Anfang Oktober bereits seine Führungspositionen abgegeben hatte. Er hat alle seine 1,05 Mio Aktien an institutionelle Investoren sowie an die Mitgründer Lukas Ruflin und Sandro Dorigo verkauft.

mk/tp

(AWP)