Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas höhere Eröffnung erwartet

Am Schweizer Aktienmarkt sieht es vorbörslich nach einem freundlichen Start in die neue Handelswoche aus. Zum einen verleiht der freundliche Wochenstart an den Börsen in Asien neuen Schwung. Japans Exporte waren im Mai dank eines schwachen Yen und der guten Verfassung der Weltwirtschaft zum sechsten Mal in Folge gestiegen. Rückendeckung könnte es zudem von Emmanuel Macron geben: Der im April gewählte französische Präsident konnte sich in der zweiten Runde der Parlamentswahlen deutlich durchsetzen.
19.06.2017 08:45

Der sozialliberale Staatschef sicherte sich damit eine komfortable Machtbasis für seine Reformen, mit denen er unter anderem Frankreichs Wirtschaft international wieder konkurrenzfähig machen will. Am Montag beginnen in Brüssel zudem - ein Jahr nach dem Brexit-Votum - die schwierigen Verhandlungen über den Austritt Grossbritanniens aus der EU. Bis zum Ausscheiden im März 2019 soll ein Abkommen über eine gütliche Trennung zustande gebracht werden. Zu Beginn der neuen Wochen ist der Terminkalender ansonsten recht überschaubar.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,23% höher bei 8'984,20 Punkten. In der Vorwoche legte der SMI 1,3% zu nach einem Verlust von gut 2% in der Woche davor. Damit liegt das Jahresplus derzeit bei 9%.

Hervorstechen tun am Montag Credit Suisse (+1,1%) mit einem kräftigen Plus, nachdem die Bankentitel in der Vorwoche deutlich verloren hatten. Verschiedene Institute haben das Rating erhöht bzw. die Titel neu aufgenommen mit einer Kaufempfehlung, wie es im Handel heisst. So erhöhte etwa die Deutsche Bank auf "Buy": Nach der Kapitalerhöhung seien nun Fragen bezüglich der Kapitalisierung vom Tisch, schreibt der zuständige Analyst unter anderem zur Begründung. Ausserdem bestünden erste Anzeichen einer positiven Dynamik in der internationalen Vermögensverwaltung sowie in der Region Asien/Pazifik.

UBS (+0,3%) und Julius Bär (+0,2%) legen vorbörslich im Rahmen des Gesamtmarkts zu, nachdem beide Werte - anders als CS - in der Vorwoche bereits ordentlich zugelegt haben.

Auffällig tendieren neben CS einzig noch ABB (+0,8%). Die Industrietitel gehörten in der Vorwoche zu den wenigen SMI-Verlierern.

Alle drei Schwergewichte legen indes mit je +0,2% moderat zu. Während für Novartis die vergangenen Handelswoche unter dem Strich klar tiefer geendet ist, konnten Roche und Nestlé deutlich zulegen und gaben dem SMI damit kräftig Schub.

Novartis profitiert damit am Montag zunächst nicht von einer Zulassung in der EU bei der Generika-Tochter Sandoz. Künftig darf das Biosimilar Rixathon (Rituximab) zur Behandlung von Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs und immunologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Rixathon ist für alle Indikationen zugelassen worden wie auch das Referenzmittel MabThera von Roche. Damit sind mittlerweile vier Biosimilars von Sandoz in der EU zugelassen und damit laut Novartis mehr als von der Konkurrenz.

Am breiten Markt stehen Logitech (+0,7%) überdurchschnittlich höher da, nachdem Kepler die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel erhöht hat. Auch Flughafen Zürich - ohne vorbörslichen Kurs - könnten am Montag bewegt sein. HSBC senkte das Rating - nach einer starken Kursentwicklung seit Jahresbeginn - aus Bewertungsgründen auf "Hold" von "Buy", erhöhte aber das Kursziel etwas.

Zudem könnte die Apothekengruppe Zur Rose womöglich bereits im Juli an die Börse gehen. Das zumindest schreibt die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf mehrere Insider aus der Finanz- und Pharmabranche. Offiziell hatte es bisher geheissen, dass ein IPO für dieses Jahr geplant sei. Am (heutigen) Montag findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt, an der die Voraussetzungen für den IPO geschaffen werden sollen.

ys/cp

(AWP)