Aktien Schweiz Vorbörse: Fester auf breiter Front - Swiss Re sehr gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag gemäss den vorbörslichen Kursen auf breiter Front fester eröffnen. Die Marke von 8'900 Punkten im SMI, welche am Vortag nur knapp verpasst wurde, ist damit zumindest im vorbörslichen Geschäft geknackt. Zuletzt hatte der hiesige Leitindex im Dezember 2015 auf diesem Niveau gelegen. Prägend für die aktuelle Börsenstimmung ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Diese hat zwar wie erwartet die Zinsen unverändert belassen, gespannt waren die Marktakteure aber vor allem auf weiterführende Kommentare hinsichtlich einer eventuellen weiteren Zinserhöhung im Juni.
04.05.2017 08:45

Denn die überraschend schwachen Daten zum US-BIP im ersten Quartal in der Vorwoche hatten Sorgen um die Robustheit der amerikanischen Konjunktur aufkommen lassen. Das Fed sieht dies allerdings lediglich als kleine Delle. Insgesamt bleibt die Tür für eine weitere Zinserhöhung im Juni offen. Keine Unterstützung bieten am Morgen Konjunkturdaten aus China. Dort hat sich die Stimmung bei den Dienstleistern im April auf breiter Front eingetrübt. Überdurchschnittlich gesucht sind Swiss Re im Anschluss an die Quartalszahlen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,25% höher bei 8'914,09 Punkten.

Mit Blick auf den am Wochenende anstehenden entscheidenden Wahlgang in Frankreich steigt die Spannung merklich. Am Vorabend fand die letzte TV-Debatte zwischen den beiden Kontrahenten statt, die zwar keine neuen Erkenntnisse, dafür aber wüste Beschimpfungen zwischen Le Pen und Macron brachte. Gemäss Umfrage schnitt Macron in der Debatte insgesamt vorteilhafter ab, sein Vorsprung auf Le Pen wird weiterhin bei 60 zu 40% gesehen. Einige Kommentatoren frohlocken bereits, andere warnen, dass "der Mist noch nicht geführt" sei.

Swiss Re verzeichnen im vorbörslichen Geschäft ein Plus von 1,1%. Der Rückversicherer hat zwar im ersten Quartal nur noch gut halb so viel verdient wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres, dies war aber wegen des australische Zyklons Debbie im März auch so erwartet worden und der Reingewinn von Swiss Re lag klar über dem AWP-Konsens. Verschlechtert haben sich auch die Kosten-/Schadenquoten in den Geschäftsfeldern Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung sowie Corporate Solutions, allerdings weniger als von den Analysten befürchtet.

Auffallend sind daneben die Avancen von Nestlé (+0,6%), ohne dass es dazu konkrete Nachrichten gäbe, und ABB (+0,5%). ABB erhalten von guten Zahlen der Teilkonkurrenten Siemens und Alstom etwas Rückenwind.

Alle übrigen Blue Chips werden 0,1% höher gehandelt, so etwa auch Credit Suisse. Die Bank hat am Vortag eine Einigung mit den US-Behörden im Rechtsstreit um faule Hypothekenpapiere erzielt und zahlt nun eine Summe von 400 Mio USD. Die Vergleichssumme von 400 Mio USD war per Ende des ersten Quartals 2017 vollumfänglich durch Rückstellungen abgedeckt gewesen, allerdings musste die Bank wegen dieses Falls den Gewinn für das Gesamtjahr 2016 nach unten revidieren. Am Berichtstag hat nun die Credit Suisse den Geschäftsbericht für das erste Quartal publiziert. Aus diesem geht hervor, dass die Rückstellungen für Rechtsrisiken erneut angehoben werden mussten.

Einziger Verlierer unter den vorbörslich gehandelten Aktien sind Clariant (-0,1%).

cf/cp

(AWP)