Aktien Schweiz Vorbörse: Festere Eröffnung erwartet - Trump-Sorgen nehmen ab

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Dienstag nach dem eher schwachen Wochenauftakt mit einer klar festeren Tendenz aufnehmen. Händler verweisen dabei auf freundliche Vorgaben aus den USA und Asien. Am Vorabend hatte sich die Wall Street im Anschluss an einen schwachen Start rasch gefangen und dem Leitindex Dow Jones gelang es, die Einbussen nach Europaschluss weiter einzugrenzen. Die Sorgen, das US-Präsident Donald Trump mit weiteren Reformvorhaben scheitern könnte, hätten nachgelassen, hiess es im Handel.
28.03.2017 08:43

Ende letzter Woche und auch am Montag hatte das Scheitern der Gesundheitsreform des US-Präsidenten den Anlegern noch Kopfzerbrechen bereitet, doch bereits komme wieder Hoffnung auf, meinen Händler. Trump könne nun all seine Energie in die Umsetzung der versprochenen Steuerreform stecken und dieser so zum Erfolg verhelfen. Allerdings wird am Markt auch vor zu grossem Optimismus gewarnt. Denn es sei im Gegensatz zur Gesundheitsreform ein viel schwierigeres Unterfangen, die Steuerreform durchzubringen. Am Berichtstag ist zudem auch der Ölpreis auf Erholungskurs.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr mit 0,45% höher bei 8'633,41 Punkten. In einem an Unternehmensnachrichten armen Tag liegen alle vorbörslich gehandelten Papiere im Plus.

Dufry (+4,3%) werden besonders stark nachgefragt. Gerüchten zufolge will sich der chinesische Mischkonzern HNA am Reisedetailhändler beteiligen. HNA habe bereits mit wichtigen Dufry-Aktionären, wie dem Singapurer Staatsfonds GIC oder dem Investmentfonds Temasek Holding, das Gespräch gesucht, hiess es in einem Bericht der Agentur Dow Jones mit Verweis auf mit der Sache vertraute Quellen.

ABB gewinnen mit +0,7% ebenfalls überdurchschnittlich an Wert. Goldman Sachs hat die Schätzungen für ABB überarbeitet und das Kursziel erhöht. Die Anpassungen widerspiegelten unter anderem ihre Erhöhungen der Umsatzschätzungen in den Bereichen Elektrifizierungsprodukte und Industrieautomation & Antriebe, begründet die Analystin. Zudem revidiere sie ihre Aussichten für Stromnetze aufgrund jüngster Auftragseingänge und trage den neuesten Wechselkursbewegungen Rechnung.

Auch weitere Zykliker wie Adecco (+0,7%), Givaudan oder LafargeHolcim (je +0,4%) dürften mit festeren Notierungen in den Handel starten, nachdem die Trump-Sorgen zuletzt auf die Kurse gedrückt haben. Bei den Schwergewichten fällt das Plus von 1,1% bei Roche auf. Der Pharmakonzern hat die Markteinführung eines neuen HPV-Tests für seine Cobas 6800/8800-Systeme zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung angekündigt. Nestlé und Novartis legen je um 0,3% zu.

Die Aktien der Credit Suisse stehen derweil im vorbörslichen Geschäft mit 0,4% im Plus. CEO Tidjane Thiam erklärte an einer Investorenkonferenz in Hongkong, dass er "so schnell wie möglich" eine Entscheidung über die Kapitalerhöhung treffen will. Allerdings spreche man derzeit nicht mit anderen Banken über eine Kapitalerhöhung, sagte Thiam weiter. "Wir erwägen lediglich die verschiedenen Optionen." Die Aktien des Branchennachbars UBS ziehen um 0,4% an.

Im breiten Markt rücken Kudelski um 1,1% vor. Leichten Auftrieb könnte der Aktie die Meldung um einen Auftrag in Bulgarien verleihen. Derweil gab die Vaudoise Versicherung (kein Kurs) den Erwerb der Dr. Meyer Asset Management AG und Berninvest AG bekannt. Wie andere Versicherer auch, will die Vaudoise die Ertragskraft mit Asset-Management-Dienstleistungen sichern.

Die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site weitet ihr Portfolio an exklusiver Lage aus und hat dazu in Paradiso direkt am Luganersee insgesamt fünf Landparzellen zum Bau einer Seniorenresidenz erworben. Implenia könnten von einem Entscheid des Bundesgerichts zum "Letzigrund-Streit" mit der Stadt Zürich profitieren. Das Bundesgericht habe die Urteile des Obergerichts Zürich aus formellen Gründen aufgehoben und die Angelegenheiten an diese Instanz zurückgewiesen, hiess es.

mk/cf

(AWP)