Aktien Schweiz Vorbörse: Festere Tendenz - Erleichterung nach Frankreich-Wahl

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte nach dem Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl mit festeren Notierungen in die neue Woche starten. Die Hoffnung, dass der gemässigte Kandidat Emmanuel Macron in der Stichwahl von Anfang Mai gegen die Herausforderin und antieuropäisch ausgerichtete Marine Le Pen als Sieger hervorgehen könnte, sorge an den Finanzmärkten für Erleichterung, heisst es in Handelskreisen. In der Schweiz gibt derweil auch der Abgang von LafargeHolcim-CEO Eric Olsen zu Reden.
24.04.2017 08:45

Der Fokus bleibt aber auf Frankreich gerichtet. Händler bezeichneten den Stimmenvorsprung des Euro-Unterstützers Emmanuel Macron als "perfektes Szenario" für die Märkte. Das gute Abschneiden Macrons habe auch das Albtraum-Szenario für die Stichwahl einer möglichen Entscheidung zwischen den beiden Euro-Gegner Le Pen und Jean-Luc Mélenchon verhindert, heisst es am Markt weiter. Vor diesem Hintergrund kletterten die asiatischen Märkte sowie die US-Futures in die Höhe, während der Euro deutlich an Wert gewann.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 1,09% höher bei 8'646,87 Punkten.

LafargeHolcim (+0,1%) kann mit dem Gesamtmarkt nicht mithalten. Beim Zementkonzern zieht CEO Eric Olsen die Konsequenzen aus der Affäre um das syrische Lafarge-Werk und tritt auf Mitte Juli zurück. Der Verwaltungsrat sei nach eingehender Prüfung der Sachlage zwar zum Ergebnis gekommen, dass Olsen weder für Fehlverhalten verantwortlich war. Olsen wolle mit seinem Schritt aber Ruhe in das Unternehmen bringen, begründet der Konzern. Ein interner Untersuchungsbericht habe bestätigt, dass einige Massnahmen für die Weiterführung eines Betriebs des Werks in Syrien nicht akzeptierbar waren.

Andere Zykliker profitieren von der guten Börsenstimmung um die Präsidentschaftswahl in Frankreich, und so klettern etwa ABB, Adecco (beide +1,6%) oder Givaudan (+1,4%) im vorbörslichen Handel stark in die Höhe. Desweiteren liegen auch Finanztitel wie UBS (+1,6%), Credit Suisse (+1,5%) oder Zurich Insurance (+1,3%) in der Gunst der Anleger.

Zu einem grösseren Sprung könnten auch Novartis (+1,1%) ansetzen. Der Pharmakonzern hat mit neuen Daten zum MS-Mittel Gilenya dessen Wirksamkeit untermauert und für die Biosimilar Rituximab und Etanercept der Generika-Tochter Sandoz vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassungsempfehlung erhalten. Die beiden weiteren Schwergewichte Roche und Nestlé liegen mit je 0,9% ebenfalls klar im Plus.

Syngenta (Aktie: +1,0%) hat derweil die Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und dabei einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Vielmehr dürfte aber der Stand der Übernahme durch Chemchina interessieren. CEO Erik Fyrwald zeigt sich zuversichtlich, dass der Deal noch im Mai über die Bühne gehen wird. Die Übernahme von Actelion (+0,8%) durch den US-Konzern Johnson & Johnson ist bereits so gut wie vollzogen. Nach Ablauf der Nachfrist hält J&J weit über 90% am Allschwiler Pharmaunternehmen.

Noch ist nicht klar, wer die Plätze von Actelion und Syngenta im SMI einnimmt. Als ein heisser Kandidat wird etwa das Bioscience-Unternehmen Lonza (vorbörslich +1,3%) genannt.

Im breiten Markt hat die Glarner Kantonalbank Quartalszahlen vorgelegt und dabei den Wachstumskurs im laufenden Jahr fortgesetzt. Panalpina (+2,3%) könnten derweil von einer Kurszielerhöhung profitieren, während Lindt&Sprüngli (-0,8%) ex-Dividende gehandelt werden.

mk/rw

(AWP)