Aktien Schweiz Vorbörse: Festerer Handelsstart erwartet - Nestlé im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte fester in die letzte Handelswoche des ersten Halbjahres starten. Ausschlaggebend dürften die SMI-Schwergewichte sein. Während die Pharmawerte auf neue Studiendaten reagieren könnten, stehen die Nestlé-Valoren nach dem Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb im Fokus. Die Banken-Aktien reagieren auf die Staatsrettung für zwei italienische Regionalbanken positiv.
26.06.2017 08:45

Die Überseebörsen liefern hingegen keine starken Impulse. An der Wall Street endete am Freitag ein ruhiger Handel kaum verändert zum Handelsschluss in Europa. Die asiatischen Märkte konnten am Montag leicht zulegen. Die Konjunkturdaten vom vergangenen Freitag hatten nur geringe Impulse geliefert. Zum Wochenauftakt werden die Investoren auf den deutschen ifo-Geschäftsklimaindex schauen und am Nachmittag auf die Auftragseingänge langlebiger Güter aus den USA und Daten zum Immobilienmarkt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,57% höher bei 9'084,69 Punkten. Insbesondere die Schwergewichte und die Grossbanken treiben den Index mit deutlichen Aufschlägen.

Im Fokus wird zum Handelsstart die Reaktion der Nestlé-Aktien (vorbörslich +1,0%) stehen, nachdem laut Presseberichten der US-Investor Daniel Loeb bei dem Lebensmittelkonzern eingestiegen ist. Seine Investmentfirma stellt auch gleich Forderungen an das Management. So drängt der Investor auf den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und eine Bereinigung des Portfolios. Die Mittel sollten dann für Aktienrückkäufe verwendet werden.

Novartis notieren 0,6% im Plus, nachdem die Titel bereits in der Vorwoche um mehr als 7% zugelegt hatten. Der Pharmakonzern hat mit dem Produktkandidaten CTL019 in einer Studie gute Resultate bei der Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs erzielt.

Auch die Titel des Basler Konkurrenten Roche (+0,6%) legen vorbörslich zu. Dieser hat positive Resultate für das Bluter-Medikament Emicizumab (ACE910) in zwei Phase-III-Studien gemeldet. Das Mittel habe zu einer "deutlichen und klinisch bedeutsamen Reduktion" der Anzahl der Blutungen geführt.

Die Bankenwerte dürften positiv auf die Staatsrettung zweier italienischer Banken reagieren. Das nehme etwas Druck von den Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors in dem südeuropäischen Land, heisst es im Handel.

Für die UBS (+1,2%) hat zudem JPMorgan das Rating auf "Overweight" von "Neutral" und das Kursziel um einen auf 19 CHF angehoben. Die Grossbank habe zudem eine perfekte Strategie für die Zusammensetzung ihrer Geschäftsbereiche gefunden, lobt der Analyst. Auf der Kostenseite wird Potenzial für eine positive Überraschung gesehen.

Für die Aktien der CS (+0,8%) hat JPMorgan das Rating mit "Overweight" bei einem Kursziel von 17 CHF wieder aufgenommen. Unsicherheiten seien beseitigt worden und die Kostensenkungen lägen über den Erwartungen, heisst es.

Deutlicher zulegen können nachrichtenlos zudem Clariant (+1,3%). Die übrigen Titel im SMI/SLI präsentieren sich vorbörslich zumeist mit Aufschlägen um +0,1%. Einzig Lindt&Sprüngli (Namen -0,3%) geben ab.

Am breiten Markt hat Burckhardt Compression (kein vorbörslicher Kurs) eine kleinere Service-Firma in Kanada zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt.

yr/ra

(AWP)