Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlich erwartet - Daten und Politik im Fokus

Am Schweizer Aktienmarkt stehen die Vorzeichen gut für einen freundlichen Start in die neue Handelswoche. Dabei bieten die Vorgaben aus Übersee eine gewisse Unterstützung. So hatten an der Wall Street etwa der breite S&P 500 und der Technologieindex Nasdaq Composite neue Rekordmarken gesetzt. Und auch der Leitindex Dow Jones rückte im späten Handel noch in die Gewinnzone vor. In Asien präsentieren sich die geöffneten Börsenplätze nach guten Konjunkturdaten freundlich. Märkte wie etwa China und Indien sind allerdings geschlossen.
02.10.2017 08:45

Zunächst sind es vor allem Daten von Konjunkturseite sowie das Katalonien-Referendum, die das geschehen beeinflussen werden. In Japan ist die Stimmung in der Grossindustrie so optimistisch wie seit zehn Jahren nicht mehr, wie der Tankan-Bericht zeigt. Etwas widersprüchlich sind die aktuellen Zahlen aus China. Während der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) im herstellenden Gewerbe im September auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren stieg, zeigte eine private Erhebung am Samstag einen rückläufigen Trend. Hierzulande und in Europa stehen im weiteren Verlauf ebenfalls PMI-Daten auf der Agenda.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,20% höher bei 9'175,79 Punkten. Von den 20 SMI-Werten geht es vorbörslich für die Mehrheit aufwärts.

Angesichts des Katalonien-Referendums sollten Investoren vor allem auch den Devisen- und Bondmarkt etwas stärker im Auge behalten. So ist der Euro bereits leicht schwächer. Experten gehen aber davon aus, dass sich die Spannungen über eine Unabhängigkeit der spanischen Region vor allem bei den Festverzinslichen zeigen werden. In der umstrittenen Abstimmung haben die Separatisten am Sonntag mit rund 90% der Stimmen gewonnen.

Dagegen ist der Nachrichtenfluss auf Unternehmensseite zumindest unter den Blue Chips überschaubar. Im vorbörslichen Handel fallen zunächst die Aktien von ABB (+0,8%) auf. Händler verweisen hier auf ein Interview der Schwedischen "Dagens Industri" mit CEO Ulrich Spiesshofer. Darin soll der Manger in Aussicht gestellt haben, im Jahr 2020 womöglich das obere Ende der angepeilten Gewinne zu erreichen.

Etwas fester als der Markt präsentieren sich auch Adecco (+0,3%) und Givaudan (+0,2%). Die Anteilsscheine der beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,3%) und UBS (+0,2%) setzen zunächst ihren insgesamt freundlichen Trend der Vorwoche fort.

Mit den Versicherern Zurich, Swiss Re (beide +0,2%) und Swiss Life (+0,1%) präsentieren sich noch weitere Finanzwerte freundlich. Bei der Zurich hat CEO Mario Greco gegenüber der "Financial Times" erklärt, für ihn habe zunächst die Gewinnentwicklung Priorität.

Unterstützung liefern vorbörslich auch die drei Schwergewichte Roche, Nestlé und Novartis, die allesamt mit dem Markt um 0,2% hinzugewinnen.

Ein knappes Minus von jeweils weniger als 0,1% verzeichnen aktuell nur die Anteile der Uhrenhersteller Richemont und Swatch. Swatch haben in der Vorwoche unter den Blue Chips die grössten Gewinne (+5,2%) verzeichnet.

Mit dem Handelsstart dürften verschiedene Unternehmen aus dem breiten Markt im Fokus stehen, allen voran Evolva, die über ihre strategische Neuausrichtung und Finanzierungspläne informierte haben. Aber auch der Stromproduzent Alpiq könnte nach Berichten über eine Steuernachzahlung und Medienberichte über Anteilsverkäufe bewegt sein.

hr/cp

(AWP)