Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlich erwartet - Fed setzt auf Kontinuität

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag eine freundliche Eröffnung ab. Unterstützung liefern dabei die Märkte in Übersee. So haben an der Wall Street der Dow Jones und der S&P-500 am Vorabend Rekordstände markiert - und das, nachdem sie zunächst mit einem Rücksetzer auf die Entscheide der US-Notenbank Fed reagiert hatten. In Asien baute der Nikkei zum Schluss seine früheren Gewinne etwas ab. Dort hält die Zentralbank vorerst unverändert an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest.
21.09.2017 08:45

Als wenig überraschend erwiesen sich am Ende auch die Fed-Entscheide. Die US-Notenbank liess die Leitzinsen wie erwartet unverändert, steuert im weiteren Jahresverlauf aber auf eine weitere Zinsanhebung zu. Im kommenden Jahr könnten dann drei weitere folgen. Zudem leitet das Fed eine geldpolitische Zeitenwende ein, indem sie ab Oktober beginnt, ihre aufgeblähte Bilanz abbauen. Hierzulande hat am Morgen das Seco seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr wie zuvor andere Institute gesenkt. Aufgrund der schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr erwarten die Ökonomen des Bundes neu ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,9%, nachdem sie bisher mit einem Plus von 1,4% gerechnet hatten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 08.20 Uhr 0,17% hinzu und notiert damit bei 9'111,40 Punkten wieder oberhalb der 9'100er Marke. Um diese hatte er sich am Mittwoch in einer engen Spanne bewegt.

Einen Blick könnten im weiteren Verlauf auch der Devisen- sowie der Bondmarkt wert sein. Mittlerweile haben sich die Wechselkurse wieder stabilisiert, direkt im Anschluss an den Fed-Entscheid hatte der Dollar vor allem zum Euro merklich zugelegt. Zum Franken kann die US-Währung am Donnerstagmorgen ihre Gewinne erfolgreich verteidigen und kostet aktuell 0,9719 CHF. Am Mittwochabend hatte sie mit dem Zinsentscheid bei 0,9589 CHF ein Tagestief markiert.

Auf Unternehmensseite zeigen sich vorbörslich zunächst die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,9) und Richemont (+0,6%) klar im Plus. Sie profitieren von der anhaltenden Erholung der Uhrenexporte. Diese stiegen im August um 4,2% auf 1,4 Mrd CHF. Die Lage in der Schweizer Uhrenbranche entspannt sich somit weiter. Die Neuzugänge im Senior Management von Richemont dürften eher Nebensache sein.

Die Aktien der Credit Suisse (+0,4%) und von Julius Bär (+0,3%) gewinnen vorbörslich ebenfalls überdurchschnittlich hinzu. UBS (+0,1%) bewegen sich derweil mit dem Markt. Händler verweisen auf die jüngsten Spekulationen um die deutsche Commerzbank, durch die es bei den länderübergreifenden europäischen Bankenzusammenschlüssen zu Bewegung komme.

Auch Zykliker wie ABB, LafargeHolcim und Adecco gewinnen mit dem Markt um die 0,1% hinzu. Das trifft auch auf die drei Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis zu, die vorbörslich allesamt um 0,1% höher stehen. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé dürfte im Zuge der Umwälzungen in der Dermatologie-Sparte im Forschungszentrum in der Nähe von Nizza mindestens 400 von 550 Stellen streichen.

Vorbörslich im Minus notieren vor allem die Versicherer Swiss Re, Swiss Life und Zurich mit Abgaben zwischen 0,4 und 0,1%. Hier verweisen Händler ebenfalls auf die Konkurrenz. So stellen die Zerstörungen durch Hurrikan "Maria" und das Erdbeben in Mexiko die Gewinnziele des Versicherers Talanx und dessen Tochter Hannover Rück in Frage.

hr/cf

(AWP)