Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlich erwartet - Warten auf US-Jobbericht

Der Schweizer Aktienmarkt steuert am Freitag gemäss den vorbörslichen Indikationen auf eine leicht freundliche Sitzung zu. Denn die US-Vorgaben für den letzten Handelstag der Woche sind positiv. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial zog nach Handelsschluss in Europa noch signifikant an und nahm Kurs auf die 22'800-Punkte-Marke.
06.10.2017 08:41

Gleichwohl dürften sich die Händler in der ersten Sitzungshälfte nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn erst am Nachmittag steht das Hauptereignis dieser Börsenwoche an: die Publikation des US-Jobberichts für den Monat September. Dieser ist ein zentraler Gradmesser für den Zustand der US-Konjunktur. Experten befürchten, dass die Daten wegen der Hurrikan-Katastrophen in Texas und Florida etwas verzerrt und daher schwierig interpretierbar sein könnten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht gegen 08.20 Uhr 0,09% höher bei 9'271,35 Punkten. Die Blue Chips stehen allesamt rund 0,1% höher.

Unternehmensnachrichten sind zu Wochenschluss Mangelware, daher dürften Analystenvoten umso mehr Gewicht erhalten. So hat etwa die Deutsche Bank ihr Kursziel für Nestlé um fünf auf 95 CHF erhöht und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Der zuständige Analyst geht unter anderem davon aus, dass der Nahrungsmittelkonzern sein Aktienrückkaufprogramm beschleunigen wird, was ein höheres Kursziel rechtfertige.

Für die Grossbankenaktien Credit Suisse und UBS hat die Royal Bank of Canada Positives geäussert. Das Votum für die CS wurde auf "Outperform" von "Sector Perform" hochgeschraubt, für die UBS (Outperform) gibt es ein höheres Kursziel. Gleiches gilt für den Vermögensverwalter Julius Bär.

Auch die Pharmaschwergewichte bewegen sich mit dem Gesamtmarkt. Novartis meldete eine europäische CE-Kennzeichnung für die Intraokularlinse Clareon und Roche eine FDA-Zulassung für Bluttests zur Prüfung des Zika-Virus - beides wenig kursrelevante Nachrichten.

Swiss Re hat sich derweil mit der japanischen Versicherungsgruppe MS&AD Insurance einen strategischen Investor an Bord geholt. Die Japaner steigen in das Geschäftssegment für Lebensversicherungen ein.

Im breiten Markt kam es beim Derivatespezialisten Leonteq zu einem Paukenschlag: Der CEO und Firmengründer Jan Schoch tritt zurück. Einige Marktteilnehmer sagen, er sei rausgeschmissen worden. Wie auch immer die Wahrheit lautet: die Börse reagiert bereits vorbörslich mit einem Plus von 4,1%.

Unter Schoch erlebten die Aktionäre eine tiefe Krise bei Leonteq und einen Fall der Aktie von über 230 auf fast 25 CHF. Inzwischen hat sich die Firma wieder etwas gefangen und der Aktienkurs hat sich auf knapp über 60 CHF erholt.

Ems (+0,1%) reagieren nicht auf die Umsatzzahlen zu den ersten neun Monaten 2017. Der Spezialchemiekonzern hat die Erwartungen der Analysten auf den Punkt genau erfüllt.

ra/cp

(AWP)