Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlicher Auftakt erwartet - Macron-Effekt stützt

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte gehalten in die neue Handelswoche starten. Nach dem überzeugenden Sieg von Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl ist die Grundstimmung weiter positiv, der Leitindex SMI wird jedoch von den Dividendenabschlägen bei UBS und LafargeHolcim zurückgehalten. Die Investoren hatten auf einen Erfolg des Pro-Europäers Macron gesetzt und wurden nicht enttäuscht. Bereits am Freitag hatte der SMI die Marke von 9'000 Punkten überschritten und auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2015 geschlossen.
08.05.2017 08:45

Auch die übrigen europäischen Börsenplätze dürften fester eröffnen. Wie lange der positive Effekt anhalten werde, wird jedoch von Beobachtern hinterfragt. Die Investoren schauen nun bereits mit Spannung auf die französischen Parlamentswahlen im Juni und die Wahlen in Grossbritannien ein paar Tage zuvor, heisst es am Markt. Bereits die US-Börsen hatten am Freitagabend mit einem weitergehenden Anstieg nach dem europäischen Börsenschluss für gute Vorgaben gesorgt. Auch in Japan verzeichnet der Nikkei aufgrund der durch das klare Wahlergebnis beseitigten Unsicherheit klare Avancen. In China belasteten die etwas schwächer als erwarteten Ex- und Importzahlen die Märkte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.10 Uhr mit +0,03% leicht fester bei 9'019,26 Punkten.

Grösster Gewinner sind vorbörslich Sika (+1,8%), die per 15. Mai Syngenta (+0,7%) im SMI ersetzen werden. Von der dadurch ausgelösten Anpassungskette werden auch die Aktien von DKSH (neu im SMIM), Lindt & Sprüngli (+0,2%, neu SLI), Partners Group (neu SPI Large) und Lem (neu SPI Mid) erfasst.

Die Aktien des Zeitarbeitsspezialisten Adecco (+0,3%) reagieren als Unternehmen mit einem Schwerpunkt auf dem französischen Markt positiv. Die Aussichten auf eine Stärkung der französischen Wirtschaft und die von Macron geplanten Reformen am Arbeitsmarkt würden die Titel stützen, heisst es.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,2%) zeigen sich freundlich. Letztere habe ein Analysekit für die Krebsforschung lanciert, mit deren Hilfe onkologischen Bluttest sind für alle vier Mutationskriterien durchgeführt werden können. Für Nestlé (+0,2%) hat JPMorgan das Kursziel auf 84 (78) CHF erhöht und bewertet die Aktien weiter mit Overweight

LafargeHolcim (-3,2%, Dividendenabschlag 2 CHF) und UBS (-2,9%, Dividende 0,60 CHF) werden Ex-Dividende gehandelt. Das Minus bei Aryzta (-1,7%) wird auf Gewinnmittnahmen nach dem deutlichen Anstieg in der Vorwoche zurückgeführt. Spekulationen um einen Bereichsverkauf hatten die Titel getrieben. Dies wurde vom Unternehmen nun entkräftet.

Bei der Credit Suisse (+0,8%) fallen die Kosten für den abgeblasenen Börsengang der Schweizer Tochter nicht ins Gewicht, sagte deren Chef Thomas Gottstein. Er bezifferte diese auf einen tiefen einstelligen Millionenbetrag. Die Gründung der Schweizer Rechtseinheit habe 2016 alleine rund 200 Mio CHF gekostet.

Bei den Assekuranzen könnte einen Branchenstudie von Goldman Sachs bewegen. Dabei wurden die Kursziele für Helvetia und Bâloise (je +0,3%) erhöht, jenes für Swiss Re (+0,2%) gesenkt.

yr/cf

(AWP)