Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlicher Grundton nach schwachem Vortag

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Freitag im vorbörslichen Geschäft wenig verändert bei freundlichem Grundton. Nach den deutlichen Verlusten vom Vortag scheint sich die Lage damit etwas zu beruhigen. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen sind allerdings schwach. An der Wall Street belasteten vor allem Sorgen über eine Verschiebung der Steuerreform, deren Ziel es ist, die Unternehmen zu entlasten. Sollte es nicht bald Fortschritte geben, drohe die Stimmung auf dem Börsenparkett zu kippen, hiess es. Die verhaltene Anlegerstimmung setzte sich teilweise auch an den asiatischen Märkten fort.
10.11.2017 08:45

Zu Reden gibt derweil auch China. Das Land macht einen grossen Schritt bei der Öffnung seines bislang für Ausländer oft verschlossenen Finanzmarktes. Bald soll es ausländischen Unternehmen erlaubt sein, die Mehrheit an chinesischen Banken, Brokern oder auch Versicherern zu übernehmen. Am Nachmittag könnten die Daten zum Konsumentenvertrauen von der Uni Michigan Impulse bereithalten. Hierzulande stehen Richemont nach der Zahlenvorlage unter genauer Beobachtung.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI notiert um 08.20 Uhr um 0,17% höher bei 9'192,97 Punkten.

Die Aktien von Richemont (+0,4%) reagieren positiv auf den vorgelegten Zahlenkranz. Der Luxusgüterkonzern hat im per Ende September abgeschlossenen Erstsemester 2017/18 wie erwartet den Umsatz und die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Die Resultate liegen im Rahmen der Markterwartungen, was nach der positiven Gewinnwarnung von Mitte Oktober aber nicht überrascht. Der Titel hatte sich in den vergangenen Tagen relativ schwach entwickelt. Auch die Titel der Rivalin Swatch (+0,4%) werden nachgefragt.

Die grössten Avancen verzeichnen unter den SMI-Werten UBS mit +1,1%. Die Aktien der Grossbank profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Merrill Lynch. Stärkere Märkte in den USA sowie dem Asia-Pazifik-Raum zusammen mit einem schwächeren Franken dürften dafür sorgen, dass die verwalteten Vermögen auch im vierten Quartal weiter ansteigen, betonen die Experten. Es könne über höhere Dividenden nachgedacht werden, heisst es ausserdem in der Studie.

Der einzige negative Ausreisser ist Aryzta. Der Titel wird um 1,9% tiefer taxiert. Bei dem Backwarenkonzern steht Jürgen Steinemann doch nicht als Verwaltungsrat zur Verfügung. Aryzta hatte Steinemann erst Ende August für das Gremium nominiert, was damals am Markt positiv aufgenommen wurde. Steinemann ist hierzulande vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut bekannt.

Am breiten Markt zeigen sich Kudelski und Dormakaba auffällig (beide +0,9%). Für letztere hat HSBC die Abdeckung neu aufgenommen und votiert für "Kaufen".

cp/cf

(AWP)