Aktien Schweiz Vorbörse: Gehaltene Eröffnung erwartet - Wenige Impulse

Der Schweizer Aktienmarkt könnte am Freitag vorbörslichen Indikationen zufolge wenig verändert eröffnen, nachdem es der SMI am Vortag über 8'900 Punkte geschafft hatte. Es zeichnet sich allerdings ein eher ruhiger letzter Handelstag der Woche ab. Von der Wall Street gibt es keine klaren Impulse. Etwas belastend wirkt, dass Chinas Exportmotor im August stärker als erwartet geschwächelt hat. Vorsicht herrscht zudem wegen der schwelenden Nordkorea-Krise und des Hurrikans "Irma". Dieser wütet inzwischen in der Karibik, macht Inseln unbewohnbar und riss mehrere Menschen in den Tod.
08.09.2017 08:45

Die Aussagen der EZB am Donnerstag nach der Zinssitzung sorgten kaum für Bewegung an den US-Börsen, gaben allerdings dem Euro Auftrieb und brachten damit den US-Dollar unter Druck. Gleichzeitig legte der Schweizer Franken zu Euro und Dollar zu. Durch die gesamte Veranstaltung habe sich ein nicht zu übersehender Optimismus bezüglich der weiteren Inflationsentwicklung gezogen, kommentiert die Commerzbank am Freitag. Der Euro-Anstieg sei also in den Augen der Notenbanker wohl nicht so problematisch. Bezüglich Entscheidungen zum Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik vertröstete EZB-Chef Mario Draghi auf Oktober.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,04% höher bei 8'910,05 Punkten. Die meisten Bluechips verlieren zwischen 0,1 und 0,2%.

Ausnahme bilden zum einen Zurich (+0,5%) mit klaren vorbörslichen Avancen. Für die Versicherungstitel hat Citigroup das Rating auf "Buy" von zuvor "Neutral" erhöht und das Kursziel deutlich auf 321,20 von 274,00 CHF. Der Versicherer profitiere von einer starken Cash-Generierung bei einer geringen Volatilität, heisst es. Zudem sei Zurich genügend diversifiziert, um gegen individuelle Versicherungszyklen immun zu sein. Die jüngsten Fortschritte seien ermutigend. Die Aktie ging am Donnerstag bei 280,10 CHF aus dem Handel.

Unsicherheitsfaktor bleibt für die Versicherungsbranche jedoch der Wirbelsturm "Irma", besonders für Swiss Re (-0,1%). Wegen Befürchtungen, der heranbrausende Sturm werde in Florida massive Schäden anrichten und die Wirtschaft beeinträchtigen, waren einige US-Versicherer am Vortag massiv unter Druck.

Auch Bankenwerte wie UBS und Credit Suisse (-0,2%) reagieren meist sensibler auf derartige Katastrophe. Randnotiz: UBS hat zudem die Woche den bereits zweiten Manager an die Citigroup verloren, wie das "Wall Street Journal" berichtet.

Unterstützung liefern dem SMI des weiteren die schwergewichtigen Pharma-Werte Roche (+0,2%) und Novartis (+0,4%). Im Vorfeld des am (heutigen) Freitag beginnenden Esmo-Kongress hat Roche positive Daten zu einem auf Blutproben basierenden Test zur Bestimmung der sogenannten Tumor-Mutationsbelastung vorgelegt. Und Novartis präsentierte positive Phase-II-Daten zum Migränemittel AMG 334, die an einem Branchenkongress in Kanada präsentiert wurden.

Nestlé (-0,1%) verlieren derweil leicht.

ys/ra

(AWP)