Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert - Nestlé und Roche nach Zahlen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt könnte am Donnerstag kaum verändert in den Handel starten. Überwiegend starke Unternehmenszahlen trieben die Rekordjagd an der Wall Street am Mittwoch zwar weiter an, und sämtliche wichtigen Indizes erreichten schon im frühen Handel erneut Bestmarken. Sie schlossen aber letztlich kaum verändert zum Europaschluss. Nach ihrer zweitägigen Sitzung habe zudem die US-Notenbank wie erwartet nicht an der Zinsschraube gedreht, heisst es am Donnerstag in einem Kommentar. Des Weiteren gaben die Währungshüter bekannt, in Kürze mit dem Abbau der Bilanzsumme zu beginnen, was ebenfalls keine allzu grosse Überraschung gewesen sei.
27.07.2017 08:45

Nach den Fed-Aussagen sei der Euro indes bis auf den höchsten Stand seit Januar 2015 geklettert, so ein Marktbeobachter. Der feste Euro dürfte dem deutschen Aktienmarkt zu schaffen machen. Der Franken verweilt indes weiter auf einem schwächeren Niveau: Der Euro stieg am frühen Morgen bis auf 1,11785 CHF und steht auch aktuell weiter über 1,116 CHF. Im Fokus stehen am Berichtstag zudem weiterhin weltweit Unternehmenszahlen. Hierzulande ist es der Höhepunkt der Woche mit gleich vier Rapporten von Blue Chips.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,07% tiefer bei 8'983,56 Punkten.

Gleich vier Blue Chips haben am Morgen Zahlen zum Halbjahr vorgelegt. Das absolute Schwergewicht Nestlé (-2,0%) könnte den SMI zum Handelsstart belasten. Der Lebensmittelkonzern ist im ersten Halbjahr 2017 weniger stark gewachsen als von Analysten erwartet und auch vom Unternehmen selbst. Zufrieden zeigte sich CEO Mark Schneider aber mit dem Fortschritt bei der Wertschöpfung - wie solide operative Verbesserungen, Entscheidungen im Portfoliomanagement sowie der Entschluss zur Bilanz-Optimierung. Die Guidance für das organische Wachstum wurde zwar bestätigt, neu wird allerdings mit eher mit der der unteren Hälfte der Bandbreite gerechnet.

Bei Roche (+2,5%) hingegen lief es im ersten Halbjahr offenbar sehr gut. Mit den ausgewiesenen Zahlen übertraf der Pharmakonzern fast alle Analysten-Erwartungen. Zudem hob der Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr leicht an. Roche rechnet nun beim Umsatz mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und bleibt dabei, dass der Gewinn im etwa gleichen Tempo wachsen soll. Das dritte Schwergewicht Novartis, das bereits vergangene Woche Ergebnisse präsentiert hat, wird derweil unverändert gestellt.

Auch Sika (+1,0%) werden nach Zahlen vorbörslich fester gesehen. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller setzte den Wachstumskurs mit neuen Rekordergebnissen fort. Ausserdem blickt das Management auf den weiteren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr 2017. Allerdings bleibt der unbekannte Ausgang des feindlichen Übernahmeversuchs durch Saint-Gobain derweil als Unsicherheitsfaktor für die Zukunft bestehen.

Clariant (-0,1%) übertraf mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Prognosen ebenfalls leicht. Der Ausblick auf das laufende Jahr wurde indes bestätigt. Und auch die geplante Fusion mit der texanischen Huntsman, die ein grosser Investor verhindern will, sei auf Kurs, hiess es.

Für Lonza (+1,5%) sind am Tag nach der Zahlenvorlage weitere Analystenkommentare eingetrudelt. Neu stuft Credit Suisse die Titel mit "Outperform" von zuvor "Neutral" ein. Die starke erste Jahreshälfte streiche das Margen- und Umsatzpotenzial sowie die robusten Kundennachfrage-Trends hervor, heisst es. Und zusätzliches Aufwärtspotenzial werde auch im Zusammenhang mit der Übernahme von Capsugel gesehen.

Kühne+Nagel (+1,0%) könnten erneut weiter zulegen. Am Donnerstag erhöhte die Deutsche Bank das Kursziel und bestätigte das "Hold"-Rating.

Richemont und Swatch (je -0,5%) werden dagegen bei etwas tiefer gesehen. Am Morgen hat der französische Luxusgüterhersteller LVMH gute Zahlen zum ersten Halbjahr vorgelegt, zeigte sich für das zweite Halbjahr allerdings vorsichtig angesichts wirtschaftlicher, geldpolitischer und geopolitischer Unsicherheiten.

Zudem haben am Donnerstag noch zahlreiche Unternehmen am breiten Markt Zahlen vorgelegt. Sulzer (-0,1%) erhielt im ersten Semester zwar mehr Bestellungen, der Umsatz schrumpfte organisch jedoch und auch die Ergebnisse waren rückläufig.

ys/cp

(AWP)