Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert - Swiss Re nach Zahlen unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Freitag vor dem offiziellen Handelsstart wenig verändert bei negativem Grundton. Deutlicher Abgabedruck ist dabei bei Swiss Re nach Vorlage der Halbjahreszahlen auszumachen. Die Vorgaben aus Übersee sind wenig berauschend. In den USA stellte der Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag einmal mehr einen Rekord auf, er bewegte sich nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa per Saldo allerdings kaum noch. Auch an den wichtigsten Handelsplätzen Asiens wagten sich die Anleger kaum aus der Deckung.
04.08.2017 08:45

Zum Wochenschluss würden zwei Themen aus den USA zu reden geben, heisst es im Handel. Einerseits steht am Nachmittag die Publikation des Arbeitsmarktbericht auf dem Programm, der als Indikator für das Tempo der weiteren Leitzinserhöhungen dient. Daneben sorge ein Bericht des "Wall Street Journal" für Schlagzeilen, demzufolge Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump eine sogenannte Grand Jury eingesetzt habe. Die Hauptaufgabe eines solchen Gremiums ist es, vorliegende Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,16% tiefer bei 9'122,15 Punkten.

Ins Auge stechen Swiss Re, die um 3,5% tiefer taxiert werden. Der Rückversicherer hat im ersten Halbjahr 2017 weniger verdient und die Markterwartungen verfehlt. Mit ein Grund für den Gewinnrückgang sind die Kosten wegen des australischen Wirbelsturms Debbie, die sich auf geschätzte 360 Mio USD belaufen. Die verdienten Prämien der Gruppe entwickelten sich indessen stabil, während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten.

Bewegt zeigen sich noch Kühne+Nagel (-1,1%), die von einer Ratingrückstufung durch Jefferies auf "Underperform" belastet werden. Die Aktie sei innerhalb der Branche derzeit am teuersten bewertet, heisst es. Ähnlich hatten am Vortag die Analysten von Barclays argumentiert, die das Rating ebenfalls auf "Underweight" gesenkt hatten. Anfang August war die Kühne+Nagel-Aktie in der Folge gut aufgenommener Halbjahreszahlen auf Rekordhoch gestiegen. Seit Jahresbeginn resultiert ein Kursplus von fast 30%.

Die anderen Blue Chips notieren derweil kaum verändert, positive Ausreisser sind nicht dabei. Lonza (-0,1%) hat Schuldscheindarlehen über 700 Mio EUR und 200 Mio USD zur Finanzierung der Capsugel-Übernahme aufgenommen und eine kleine Übernahme im Tessin gemeldet. Ansonsten blieb es bei den SLI-Werten ruhig.

Am breiten Markt sind die Aktien von Interroll, Mobimo, Coltene und der Berner KB nach Vorlage der Halbjahreszahlen etwas im Blick. Ein vorbörslicher Kurs wird für die Titel nicht gestellt.

cp/ys

(AWP)