Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum veränderter Start erwartet - Clariant im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Montag kaum verändert eröffnen. Am Markt fehlten derzeit richtungsweisende Impulse und potenzielle politische Störfeuer wie die Katalonien-Krise würden von Anlegern weitgehend ausgeblendet, heisst es im Handel. Für Aktien könnte es aber rasch weiter nach oben gehen, denn das Umfeld stimme, glaubt ein Marktexperte. Unterstützung biete beispielsweise die Aussicht auf eine baldige Steuerreform in den USA.
30.10.2017 08:45

Am Montag könnten Konsumentendaten aus der EU sowie Angaben zu den privaten Einkommen und Ausgaben in den USA dem Geschäft im Handelsverlauf etwas Schwung verleihen. Die Anleger blickten aber bereits auf die kommenden Tage, heisst es. Dann werden eine Reihe weiterer Unternehmen Zahlen vorlegen und die US-Notenbank Fed wird über weitere geldpolitische Schritte beraten. Die nächste Zinsanhebung wird von Ökonomen allerdings erst im Dezember erwartet. Gegen Ende der Woche rücken Arbeitsmarktdaten aus den USA in den Fokus der Anleger.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI steht um 08.20 Uhr 0,05% tiefer bei 9'178,72 Punkten.

Clariant (vorbörslich: -0,4%) bleibt nach der gescheiterten Fusion mit Huntsman im Gespräch. Der Grossaktionär White Tale, der sich gegen die Fusion gestellt hatte, fordert nun drei VR-Sitze für sich sowie die Ernennung eines unabhängigen Finanzberaters. White Thale zielt etwa auf einen schnellen Verkauf der grössten und gleichzeitig margenschwächsten Kunststoff- und Beschichtungssparte ab. Dem erteilte VR-Präsident Rudolf Wehrli in einem Interview eine Absage. Man könne nicht ins Blaue hinaus Geschäfte verkaufen und danach Zukäufe prüfen, erklärte er. Am (morgigen) Dienstag legt Clariant Quartalszahlen vor.

Die meisten vorbörslich gehandelten Titel büssen 0,1% ein, so auch UBS. Die Aktie hatte am Freitag nach guten Geschäftszahlen unter Gewinnmitnahmen gelitten und um beinahe ein Prozent nachgegeben. Derweil sprach CEO Sergio Ermotti über das Wochenende in der Presse davon, dass es keine Garantie für das Festhalten am Schweizer Konzernsitz gebe. Ermotti sieht in der zunehmenden Bankenregulierung eine Bedrohung für die Präsenz der Grossbank in der Schweiz.

Branchennachbar Credit Suisse berichtet am kommenden Donnerstag über das dritte Quartal, wie dies auch Swiss Re und Swisscom (alle vorbörslich -0,1%) tun werden. Bereits am Dienstag publiziert das Sanitärtechnikunternehmen Geberit (-0,1%) den Quartalsbericht.

Novartis (+0,1%) notieren im vorbörslichen Geschäft leicht im Plus. Der Pharmakonzern will das auf den Bereich Nuklearmedizin spezialisierte Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) vollständig übernehmen und hat zu zwei Produkten (Cosentyx und Gilenya) positive Studiendaten veröffentlicht. Gar mit 0,4% legen SGS nach dem Investorentreffen von Ende letzter Woche zu.

Im breiten Markt gewinnen AMS vorbörslich 0,9%. Mit der Lancierung des neusten iPhone-Modells geht es für die Aktie leicht nach oben. AMS liefert Komponenten für die iPhone-Produktion.

mk/uh

(AWP)