Aktien Schweiz Vorbörse: Knapp gehalten - CS unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitag im vorbörslichen Geschäft bei negativem Grundton wenig verändert. Die Vorgaben aus Übersee halten kaum Impulse bereit. Mit Spannung wird auf die auf den heutigen Freitag verschobene Abstimmung über die Gesundheitsreform in den USA gewartet.
24.03.2017 08:45

Die Trump-Administration will bekanntlich die von Amtsvorgänger Barack Obama aufgegleiste Gesundheitsversicherung ("Obamacare") ersetzen. Doch sie hat Mühe, die zersplitterten Republikaner hinter dem Entwurf zu vereinen. Die Abstimmung ist Donald Trumps erster bedeutender Gesetzgebungsprozess, seit er vor zwei Monaten Präsident wurde. Er gilt als Prüfstein für seine im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungspläne, die im Herbst letzten Jahres eine Rallye an den Aktienmärkten ausgelöst hatten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr um 0,08% tiefer bei 8'621,27 Punkten.

Unter Beobachtung stehen Credit Suisse, die 1,0% tiefer taxiert werden und damit der grösste Verlierer unter den Blue Chips sind. Die Bank hat ihr Ergebnis für das vierte Quartal 2016 bzw. für das Gesamtjahr 2016 nach unten angepasst. Nachträglich wurde eine zusätzliche Rückstellung für Rechtsrisiken über 300 Mio CHF verbucht, was eine zusätzliche Belastung von 272 Mio CHF nach Steuern ergibt.

CS gehörten am Vortag in einem festen Gesamtmarkt bereits zu den wenigen Verlierern, nachdem Gerüchte die Runde machten, die Bank würde eine Kapitalerhöhung von "mindestens 3 Mrd CHF" erwägen. Im Gegenzug wäre der angekündigte Teil-Börsengang der Schweizer Einheit nicht mehr notwendig. In den vergangenen Monaten hatte sich die Stimmung in der Branche aufgehellt. Der Unicredit war es im Februar gelungen, 13 Mrd EUR an frischem Kapital aufzunehmen. Die Deutsche Bank führt derzeit eine Kapitalerhöhung über 8 Mrd EUR durch.

UBS geben aktuell (-0,3%) nach, die restlichen Verlierer weisen ebenfalls nur minime Abgaben von -0,1% bis -0,2% aus.

Unter den wenigen Gewinnern rücken Syngenta um 0,8% vor. Einem Agenturbericht zufolge soll die EU-Wettbewerbsbehörde zu Beginn der kommenden Woche wohl grünes Licht für die Übernahme der Basler durch den chinesischen Staatsbetrieb ChemChina geben.

Eine Stütze sind auch Roche (+0,4%). Der Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA den Status "Therapie-Durchbruch" für das Mittel Rituxan zur Behandlung der Hautkrankheit Pemphigus Vulgaris erhalten.

Dufry gehört mit einem Plus von 1,3% zu den weiteren wenigen Gewinnern. Der Reisedetailhändler hat mit der griechischen Fraport-Tochter einen Vertrag für Konzessionen an 14 Flughäfen in Griechenland verlängert.

Im Blick sind auch Galenica. Der Gesundheitskonzern Galenica will am Freitagabend weitere Details zum Börsengang von Galenica Santé mitteilen. Die bisherige Wochenbilanz des Titels ist fällt enttäuschend aus. Von Montag bis Mittwoch rauschte der Titel um fast 10% herunter, am Vortag erholte er sich um 1,3%. Ein vorbörslicher Kurs wird nicht gestellt.

Am breiten Markt stehen Panalpina (-1,7%) nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs unter Druck. Auch Kudelski fallen am Tag des Dividendenabgangs mit Abgaben von 2,2% auf. Etwas im Blick dürften auch Cosmo, Adval Tech, Interroll nach Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr liegen.

cp/tp

(AWP)