Aktien Schweiz Vorbörse: Knapp gehalten - Givaudan und Sika im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag im vorbörslichen Geschäft kaum verändert. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen sind schwach. In den USA schloss der Dow Jones Industrial unter dem Niveau, das er bei Handelsende in Europa aufgewiesen hatte. Marktexperten zufolge sei der Handel an den US-Börsen jedoch weitgehend in ruhigen Bahnen verlaufen. Höhere geopolitische Risiken hätten viele Investoren von grösseren Aktivitäten abgehalten. Auch in Asien zeigt sich eine gedämpfte Stimmung.
11.04.2017 08:45

Auf die Stimmung würden zudem die Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen lasten. Diese machte an einer Rede vom Vorabend klar, dass das Fed weiter auf eine schrittweise Erhöhung der Leitzinsen setze, um das Wirtschaftswachstum nicht abzuwürgen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,07% tiefer bei 8'610,32 Punkten.

Im Fokus stehen bei den Blue Chips Givaudan (+0,9%) und Sika (-0,1%) nach Vorlage der jeweiligen Umsatzzahlen für das erste Quartal. Der Genfer Aromen- und Riechstoff-Hersteller Givaudan ist im ersten Jahresviertel des laufenden Geschäftsjahres 2017 etwas stärker gewachsen als erwartet. Besonders deutlich war der Anstieg im Bereich Aromen, aber auch die Sparte Riechstoffe legte insgesamt zu.

Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika ist ebenfalls stark ins Jahr 2017 gestartet und hat die Markterwartungen leicht übertroffen. Damit rückt das firmeneigene Ziel eines Jahresumsatzes von 6 Mrd CHF einen guten Schritt näher. Spannend wird es bei Sika ab 13 Uhr, wenn die Generalversammlung beginnt. Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Sika-Verwaltungsrat die Stimmrechte der Familie Burkard wie an den vorangehenden Veranstaltungen beschneiden wird.

Die Versammlung wird daher zwar kaum Überraschungen bereithalten. Die von den Erben des Familiengründers beantragte Zuwahl von Jacques Bischoff in den Verwaltungsrat und die vorgeschlagene Dividendenkürzung wird gleichwohl für Gesprächsstoff sorgen.

Auffällig zeigen sich die Titel der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,7%), nachdem der französische Mitbewerber und Louis-Vuitton-Fabrikant LVMH mit dem am Vorabend vorgelegten Umsatzausweis für das erste Jahresviertel die Erwartungen der Analysten klar übertroffen hat.

Unter Druck stehen dagegen ABB (-1,0%), die von einer Ratingsenkung auf "Sell" aus dem Hause UBS belastet werden. Die restlichen Blue Chips notieren dagegen wenig verändert.

Im breiten Markt sind Straumann mit Abgaben von 1,0% im Blick. Die Aktie des Dentalimplantatherstellers wird am Berichtstag ex Dividende gehandelt.

Positiv stechen dagegen Kudelski (+0,4%) hervor. Die Kudelski-Tochter Nagra und die International Broadcaster Coalition Against Piracy (IBCAP) weiten ihre seit 2014 bestehende Zusammenarbeit aus.

Zu Reden gibt auch das Biotechunternehmen Molecular Partners, das mit dem Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss einen neuen und prominenten Grossaktionär hat. Gemäss einer Beteiligungsmeldung der SIX hält der Gründer des Medizinaltechnikunternehmens Synthes, das 2011 für 21 Mrd USD an den US-Konzern Johnson & Johnson verkauft wurde, 9,85% an Molecular Partners.

Nach Zahlenvorlage im Blick sind unter anderem auch Hügli, Von Roll und Luzerner KB.

cp/ys

(AWP)