Aktien Schweiz Vorbörse: Krisen- und Virus-Sorgen dürften Kurse belasten

Nach den jüngsten Gewinnen sind an der Schweizer Börse am Dienstag tiefere Kurse angesagt. Die wieder zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China und die steigenden Covid-19-Infektionszahlen in den USA, die etwa in Kalifornien wieder zu Einschränkungen geführt haben, dürften die Kauflust der Anleger merklich dämpfen, heisst es am Markt. So sollen etwa Bars, Restaurants, Kinos und Museen wieder geschlossen werden.
14.07.2020 08:45

Zudem geht in den USA mit den Ergebnissen der Banken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo die Bilanzsaison so richtig los. Da auch einige wichtige Konjunkturzahlen aus Europa und den USA veröffentlicht werden, dürften die Anleger wohl zu einer vorsichtigeren Haltung übergehen. Auf dem Programm stehen etwa der deutsche ZEW-Index und die US-Konsumentenpreise.

Der von der Bank Julius Bär vorbörslich berechnete SMI büsst gegen 8.20 Uhr um 0,91 Prozent auf 10'206,85 Punkte ein. Sämtliche 20 SMI-Titel geben nach. Die Abschläge belaufen sich auf 0,3 Prozent bei Roche und 2,3 Prozent bei Swatch.

Im Fokus steht Swatch (-2,3%). Der Uhrenkonzern hat im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise tiefrote Zahlen geschrieben. Swatch erwartet aber eine starke Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Im Sog von Swatch büssen auch Richemont (-1,8%) vorbörslich deutlich Terrain ein. Richemont wird am Donnerstag über den Geschäftsgang informieren. Analysten gehen ebenfalls von einem deutlichen Umsatzrückgang aus.

Vergleichsweise gut schlagen sich die Genussscheine von Roche (-0,3%). Der Pharmakonzern hat in der Schweiz die Zulassung für Enspryng (Satralizumab) zur Behandlung einer neuroentzündlichen Erkrankung erhalten. Die US-Gesundheitsbehörde hat zudem dem Kandidaten Mosunetuzumab den Status Therapiedurchbruch erteilt. Und in der Krebsforschung ist Roche eine Kollaboration eingegangen.

Mit den Aktien von Nestlé (-0,5%) und Novartis (-0,7%) liegen weitere defensive Werte in der oberen Hälfte der Kurstafel. Am unteren Ende stehen dagegen die Bankaktien UBS und CS sowie die Zykliker ABB und Adecco.

Partners Group (-1,3%) hat die verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr trotz Coronakrise gesteigert, aber deutlich weniger stark als üblicherweise. Zudem fällt die Prognose für das Gesamtjahr wegen der Covid-19-Pandemie mittlerweile tiefer aus.

Die Anteile des Flughafen Zürich werden um 0,7 Prozent niedriger indiziert. Wie erwartet hat der Flughafenbetreiber auch im Juni die Corona-Krise gespürt. Trotz der Lockerungen bei den Reisebestimmungen flogen nur 201'692 Menschen über Zürich - 93 Prozent weniger als im Vorjahr.

pre/tt

(AWP)