Aktien Schweiz Vorbörse: Kursgewinne erwartet - Richemont und CS im Fokus

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Dienstag eine leicht festere Eröffnung ab. Freundliche Vorgaben aus Übersee stützen. So hat die Wall Street ihre Rekordjagd fortgesetzt, und auch in Asien tendieren die Märkte überwiegend im Plus. Im Handel heisst es, die Stimmung bleibe grundsätzlich gut.
17.10.2017 08:45

In den USA nimmt derweil die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Mit Goldman Sachs und Morgan Stanley stehen zwei Grossbanken mit ihrer Zahlenvorlage auf der Agenda, die am Nachmittag auch die hiesigen Bankenwerte beeinflussen könnten. Für Gesprächsstoff sorgen Medienberichte zur Credit Suisse, die offenbar vom aktivistischen Investor Rudolf Bohli ins Visier genommen wird, sowie Richemont mit einer positiven Gewinnwarnung.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,30% höher bei 9'301,98 Punkten. Damit rückt das neue Jahreshoch vom Freitag bei knapp 9'313 Punkten - nach den leichten Verlusten vom Vortag - wieder in Sichtweite. Von den 20 SMI-Titeln legen alle vorbörslich zu.

Dabei geht es für die Aktien von Richemont (+1,7%) nach eine positiven Gewinnwarnung besonders deutlich aufwärts. Der Luxusgüterkonzern geht davon aus, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2017/18 (per Ende September) gegenüber dem Vorjahr um 10% gestiegen ist. In Lokalwährungen habe er um 12% zugelegt. Die gute Entwicklung kommt allerdings nicht ganz überraschend: Analysten hatten damit gerechnet, nachdem Richemont bereits im September für die ersten fünf Monate ein Umsatzwachstum in Höhe von 12% in Lokalwährungen vermelden konnte.

Die vorbörsliche Entwicklung von Richemont färbt auch auf den Konkurrenten Swatch ab, der vorbörslich ebenfalls um 1,3% zulegt. Die Aktien hatten bereits am Vortag zu den Favoriten in einem insgesamt etwas schwächeren Markt gezählt.

Überdurchschnittliche Kursgewinne verzeichnen auch die Papiere der Credit Suisse (+1,2%). Wie die "Financial Times" unter Berufung auf vertraute Personen berichtet, soll Investor Rudolf Bohli mit seinem RBR Strategic Value Fonds bei der Bank eingestiegen sein mit dem Ziel, eine Aufspaltung der Bank in drei Geschäftsbereiche zu forcieren. Mit der Aufteilung in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter und einen Asset-Manager wolle er die die Konglomerats-Struktur der Bank angehen.

Neben der CS legen aus der Finanzbranche noch die Papiere der UBS, von Julius Bär und den Versicherern Zurich, Swiss Re und Swiss Life allesamt um 0,2% zu.

Mit dem Markt gewinnen auch die Aktien von konjunktursensiblen Werten wie ABB, Adecco (je +0,3%) und LafargeHolcim (+0,2%). Sie profitieren von der anhaltenden Zuversicht, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum fortsetzen wird.

Unterstützung kommt auch von den drei Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche, die jeweils 0,2% hinzugewinnen. Am Vortag noch hatten Roche und Nestlé mit ihren Verlusten noch den Gesamtmarkt belastet.

Zahlen gab es aus dem breiten Markt vom Vakuumventil-Hersteller VAT (-1,3%), der den Auftragseingang zwar gesteigert hat, die Analysten-Erwartungen aber dennoch nicht erfüllte. Die Versandapotheke Zur Rose (kein vorbörslichen Kurs) hat unterdessen auch im dritten Quartal 2017 den Umsatz gesteigert.

hr/ys

(AWP)