Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht fester - Sehr ruhiger Handel erwartet

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein sehr ruhiger Wochenauftakt ab. Der SMI könnte gemäss vorbörslichen Indikationen allenfalls leicht fester in die neue Handelswoche starten. Gleich drei wichtige Handelsplätze sind am Montag feiertagsbedingt geschlossen: New York, London und Festland-China. Und die Agenda für den Berichtstag ist sowohl auf Unternehmens- als auch auf Makroseite weitestgehend leer. Der Schweizer Leitindex hatte die vergangene Woche bereits kaum bewegt beendet - nach einem Minus in der Vorwoche und dem kräftigen Anstieg in den Wochen davor.
29.05.2017 08:45

Schon die Börsen in Tokio und Hongkong zeigen sich am Montag wenig bewegt mit nur hauchdünnen Gewinnen. Öl und Euro präsentieren sich ebenfalls wenig verändert. Am Nachmittag spricht zwar noch EZB-Chef Mario Draghi in Brüssel. Erst im weiteren Wochenverlauf könnten jedoch die verschiedensten wichtigen Konjunkturzahlen - in China, Japan und in den USA - grössere Impulse liefern. Auch hierzulande stehen erst am Dienstag Aryzta mit Ergebnissen zum dritten Quartal an sowie Novartis mit einem Investorentag.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,10% höher bei 9'050,95 Punkten.

Auffällig zeigen sich die Pharma-Schwergewichte: Während Novartis (+0,6%) zulegen, sind Roche (-0,4%) entgegen dem Gesamtmarkt tiefer gestellt. Bei Novartis hat die US-Gesundheitsbehörde das Medikament Zykadia für eine bestimmte Form von Lungenkrebs zugelassen. Die FDA hatte dem Präparat im Februar bereits ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) für die bestimmte Indikation erteilt.

Bei Roche befasst sich das Management unterdessen mit dem Fall eines Patienten, der nach der Einnahme von Ocrevus, einem Medikament gegen Multiple Sklerose, an einer gefährlichen Gehirninfektion PML erkrankt ist. Ocrevus gilt für den Schweizer Pharmakonzern als Hoffnungsträger und soll künftige Umsatzrückgänge von Krebsmitteln ersetzen, bei denen der Patentschutz ausläuft.

Als der Krankheitsfall vergangene Woche bekannt wurde, hatte sich das jedoch kaum auf den Aktienkurs von Roche ausgewirkt. Eine einzige PML-Erkrankung stelle den bisweilen erfolgreichen Verkaufsstart von Ocrevus nicht in Frage, hiess es am Markt. Zudem sei der Patient zuvor drei Jahre mit einem Konkurrenzpräparat behandelt worden.

Weiter im Blick stehen zudem Clariant (+1,3%) nach der vergangenen Montag angekündigten Fusion mit dem US-Unternehmen Huntsman.

Sika (+0,6%) könnten ebenfalls etwas fester eröffnen. Im Übernahmekampf gegen die Erbenfamilie gibt sich das Management weiterhin kämpferisch: Auch der angekündigte Abgang von CEO Jan Jenisch - zu LafargeHolcim - ändere nichts an der Entschlossenheit im Kampf für einen unabhängige Sika, liess sich Verwaltungsratspräsident Paul Hälg in der "Schweiz am Wochenende" zitieren. Aus dem Sika-Lager heisst es demnach auch, Jenisch sei keine entscheidende Figur im Abwehrkampf gewesen.

Am breiten Markt sind darüber hinaus Logitech (+1,1%) fester gestellt nach einem positiven Marktkommentar in derselben Sonntagszeitung. Die gewagte These, dass der Mäusehersteller bis zum Jahresende nicht mehr eigenständig sein wird, verdichte sich, hiess es dort.

Im Interview mit AWP sagte zudem Newron-CEO Stefan Weber, dass beide Pipeline-Kandidaten des Biotech-Unternehmens durchaus Blockbuster-Potenzial hätten - ohne vorbörslichen Kurs. In einem Blue-Sky-Szenario könnten sie es auf Spitzenumsätze von jeweils bis zu 1 Mrd USD bringen.

ys/ra

(AWP)