Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht festere Eröffnung erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte sich am Donnerstag vorbörslichen Indikationen zufolge zum Handelsstart etwas erholen. Damit könnte der SMI die Marke von 9'100 Punkten wieder erklimmen, nachdem der Leitindex am Vortag deutlich abgerutscht war. Im Fokus steht Donnerstag die laufende Berichtssaison. Anzahlmässig ist es der Höhepunkt der Woche: Gleich drei Bluechips und weitere Unternehmen aus der zweiten Reihe legten Zahlen vor.
26.10.2017 08:45

Die Blicke richten sich zudem am frühen Nachmittag auf die EZB, denn diese dürfte aller Voraussicht nach den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik beschliessen. Unklar ist, wie die EZB das Abschmelzen ihrer Wertpapierkäufe ausgestalten wird. Allgemein wird damit gerechnet, dass der Ausstieg langsam vonstattengehen wird und die Notenbank sich grösstmögliche Flexibilität erhalten will. Mit einem Auge würden auch mögliche weitere Entwicklungen in der Katalonien-Krise verfolgt, so ein Marktbeobachter.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI steht um 08.20 Uhr 0,27% höher bei 9'108,50 Punkten.

Die jeweils positiv ausgefallenen Zahlenvorlagen bzw. Business-Updates bei den Bluechips-Werten zeigen sich in den vorbörslichen Kursen von ABB (+1,7%) und Lonza (+1,3%), während Sika (+0,3%) im Rahmen des Gesamtmarktes tendieren.

Der Industriekonzern ABB hat bei Auftragseingang und Umsatz im dritten Quartal etwas deutlicher zugelegt als zuletzt und somit die Markterwartungen übertroffen. Laut CEO Ulrich Spiesshofer setzt sich der Wachstumskurs in allen Regionen "konsequent" fort, und der Fokus auf wachstumsstarke Segmente wie Elektroladestationen, Robotik sowie Nahrungsmittel zahlt sich aus.

Auch beim Lifescience-Konzern Lonza zeigt man sich zufrieden mit dem aktuellen Geschäftsgang und erwartet "anhaltend starke" Ergebnisse im dritten Quartal. Zudem verlaufe die Integration der US-Firma Capsugel nach Plan, die erwarteten Synergien und Wachstumsziele dürften erreicht werden.

Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika bleibt inmitten des Übernahmekampfes auf Rekordkurs und steigerte in den ersten drei Quartalen den Gewinn deutlich, wobei vor allem die Marktregion Nordamerika starke Resultate zeigte. Mit den Zahlen übertraf Sika die Erwartungen der Analysten auf Gewinnebene, während der Umsatz eine Spur darunter lag. Herausforderung sind derweil die steigenden und volatilen Rohstoffpreise, und der unbekannte Ausgang des feindlichen Übernahmeversuchs durch Saint-Gobain bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Julius Bär (-0,8%) sind vorbörslich durch eine Ratingsenkung - aus Bewertungsgründen - durch die UBS auf "Neutral" von zuvor "Buy" belastet. Etwas tiefer stehen zudem noch Swiss Re (-0,3%), die am Vortag unverändert aus dem Handel gingen. Die Titel des Rückversicherer gehören auch im bisherigen Jahresverlauf zu den wenigen Verlierern unter den SMI/SLI-Titeln.

Die Schwergewichte Nestlé, Novartis, Roche, die am Vortag stark zurückfielen und für das deutliche SMI-Minus verantwortlich waren, tendieren vorbörslich 0,2% im Plus.

Am breiten Markt profitieren Straumann (+2,3%) und Sulzer (+1,8%) von positiven Zwischenberichten.

Auffällig schwächer zeigen sich hingegen VAT (-2,8%), nachdem 2,8 Mio Aktien, entsprechend rund 9,33% des Aktienkapitals, bei institutionellen Investoren platziert wurden. Der Patzierungspreis lag bei 127 CHF, während die Titel am Mittwoch bei 132,70 CHF aus dem Handel gingen.

EFG International (-1,5%) sind durch eine Herabstufung belastet - UBS empfiehlt die Titel neu zum Verkauf - und Autoneum (-0,6%) nach einer Umsatzwarnung.

ys/dm

(AWP)