Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht festere Tendenz - Bâloise nach Zahlen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag gemäss vorbörslicher Indikation mit freundlicher Tendenz in den Handel starten. Praktisch neutrale Vorgaben aus den USA und Asien signalisieren eine Beruhigung des Marktgeschehens nach den deutlichen Abgaben am Vortag, die mit sprunghaft höheren Volatilitäten einherging.
23.03.2017 08:45

Die Unsicherheit der Vortage wird von Marktteilnehmern auf das heute anstehende Votum des US-Kongresses zur Gesundheitsreform zurückgeführt. Sie gilt als Gradmesser, inwiefern Trump seine Agenda, inklusive Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm, durchsetzen kann. Abgesehen vom politischen Ringen richten sich die Augen der Börsianer auf die auslaufende Berichtssaison. In der Schweiz rapportiert Bâloise als letzter Blue Chip die Zahlen für 2016.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.30 Uhr um 0,19% höher bei 8'584,06 Punkten. Alle Valoren notieren etwas fester mit Ausnahme der Titel des Warenprüfkonzerns SGS (-3,1%) und des Spezialchemie-Unternehmens Clariant (-2,2%), die am Berichtstag ex Dividende gehandelt werden.

Im Fokus stehen Bâloise (+1,7%). Trotz Sanierungskosten fürs Deutschlandgeschäft übertraf der Versicherungskonzern die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) bezüglich Reingewinn und Eigenkapital. Dasselbe gilt für die Combined Ratio (Schadenszahlungen in Prozent der Prämien) und die um 20 Rappen erhöhte Dividende. Mittelfristig möchte CEO Gert de Winter eine Million Kunden bedienen, was einem Anstieg von 30% entspricht.

Auch andere Assekuranzvaloren wie Zurich Insurance, Swiss Re (beide +0,2%) oder Swiss Life (0,1%) tendieren nach oben. Im Banksektor scheinen sich die Grossbankvaloren nach den deutlichen Abgaben am Vortag etwas zu fangen. Die Titel der UBS und der CS legen vorbörslich um je 0,3% zu. Bei der Privatbank Julius Bär ist die Avance mit 0,2% etwas weniger ausgeprägt.

Novartis (+0,2%) setzen ebenfalls zu einer Erholung an, nachdem sie am Vortag unter enttäuschenden Studiendaten gelitten hatten. Nun erhielt die Tochterfirma Alcon die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für neuartige Kontaktlinsen. Diese können sowohl die Sicht in die Ferne als auch Alterssichtigkeit korrigieren. Das andere Pharma-Schwergewicht Roche (+0,2% auf 252 CHF) profitiert derweil von Kurszielerhöhungen durch die Société Générale um 15 auf 330 CHF und durch die Deutsche Bank um 8 auf 273 CHF.

Im breiten Markt hat Metall Zug die Ergebnisse fürs vergangene Geschäftsjahr publiziert. Sowohl bezüglich Umsatz als auch punkto Betriebs- bzw. Reingewinn hat die Gruppe die Prognosen der Experten übertroffen. Die Immobiliengesellschaft Warteck verdiente 2016 mehr, erzielte gar das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende erhalten.

Vor grossen Veränderungen steht derweil die Bank Coop, die sich ab dem 20. Mai Bank Cler nennen wird. Zudem verkauft die Coop-Genossenschaft ihren 10,4%-Anteil am Finanzinstitut an die Mehrheitsaktionärin Basler Kantonalbank.

pr/uh

(AWP)