Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht im Plus - Feste Schwergewichte Nestlé und Roche

Der Schweizer Aktienmarkt könnte am Freitag vorbörslichen Indikationen zufolge leicht fester eröffnen. Die Vorgaben aus Übersee sind allerdings eher schwach. So haben die Indizes an den US-Börsen nachgegeben, und auch die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Freitagmorgen im Minus. Im Handel wurden die Abgaben der US-Märkte auf Gewinnmitnahmen aber auch auf eine etwas kritischere Analyse der Fed-Aussagen vom Mittwochabend zurückgeführt.
22.09.2017 08:45

So verwiesen Marktanalysten auf den geldpolitisch etwas restriktiveren Tenor der US-Notenbank: Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen und die gleichzeitige Eindämmung der Liquiditätsflut durch das Fed könnten zum Gegenwind für Aktien werden. Zudem drückten Drohungen aus Nordkorea über einen allfälligen weiteren Test einer Wasserstoffbombe auf die Stimmung insbesondere auch an den asiatischen Märkten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 08.20 Uhr 0,08% auf 9'141,38 Punkte, wobei vor allem die Avancen der Schwergewichte Roche und Nestlé stützen.

Im Zentrum stehen am Schweizer Markt am Freitag die Titel des Personaldienstleisters Adecco (+0,7%), der in London ein Investorentreffen abhält. Der Wachstumstrend aus dem zweiten Quartal habe sich im dritten Jahresviertel bestätigt, teilte Adecco im Vorfeld des Anlasses mit. Zudem versicherte der Konzern den Investoren, auch weiterhin eine "progressive Dividendenpolitik" zu verfolgen, selbst in Zeiten einer Rezession.

Bei den Pharmaschwergewichten hat Roche (+0,4%) am Freitag gleich für zwei seiner Medikamente EU-Zulassungen vermelden können. So wird Actemra/RoActemra in der Europäischen Union für die Behandlung der Autoimmun-Krankheit Riesenzellarteriitis verfügbar sein, zudem wird das Krebsmittel Gazyva/Gazyvaro für die Behandlung von Patienten mit Lymphdrüsenkrebs zugelassen. Novartis (-0,2%) notieren derweil schwächer.

Deutlich im Plus notieren dagegen vorbörslich auch die schwergewichtigen Nestlé (+0,6%). Der Tod der L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt könnte laut Medienberichten auch Auswirkungen auf den Nestlé-Konzern haben, der rund 23% an L'Oréal hält. Das Ableben von Bettencourt würde Nestlé mittelfristig die Option einer Beteiligungserhöhung eröffnen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Ebenfalls im Blickfeld bleiben die Grossbankentitel UBS (-0,2%) und CS (-0,3%), die am Vortag wegen steigender Zinserwartungen noch deutliche Gewinne erzielt hatten. Der Vermögensverwalter Julius Bär (-0,2%) hat derweil eine Umbildung seiner Geschäftsleitung und die Ernennung eines neuen Chief Risk Officers mitgeteilt.

Die Sika-Aktien (+0,8%) erhalten Unterstützung von einer positiven Studie von Kepler Cheuvreux. Die Analysten bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Titel des Bauchemie-Konzerns und erhöhen das Kursziel kräftig auf 8'100 CHF.

Givaudan (-0,2%) geben dagegen nach. Nachdem die Aktie des Aromen- und Riechstoffherstellers in der laufenden Woche neue Jahreshöchstwerte erreicht hat, zieht das Aktienresearch von Berenberg das Kursziel auf 2'190 CHF nach, bleibt aber bei seiner Empfehlung "Hold". Der Analyst erwartet auch im zweiten Halbjahr 2017 ein Wachstum unter der mittelfristigen Guidance des Unternehmens, dieses werde aber 2018 anziehen.

Am breiten Markt hat das Beteiligungsunternehmen Perrot Duval anlässlich der Generalversammlung eine Verbesserung der Rentabilität seiner Beteiligungsgesellschaften im laufenden Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Zudem hat das Biotechunternehmen Relief Therapeutics für das erste Halbjahr 2017 einen erneuten Verlust mitgeteilt.

tp/ys

(AWP)