Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht schwächer erwartet - Notenbanken im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag etwas schwächer in den Handel starten. Dem hiesigen Markt fehlen weiterhin Impulse der US-Börsen, die am Montag wegen eines Feiertags geschlossen waren. Auch an den Börsen in Hongkong und Festland-China gab es feiertagsbedingt keinen Handel, die japanische Börse entwickelte sich leicht negativ. Im Blickpunkt der Anleger stehen vor allem Aussagen von Notenbankern der Europäischen Zentralbank EZB und der US-Notenbank Fed im Hinblick auf kommende geldpolitische Sitzungen.
30.05.2017 08:45

EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Abend im europäischen Parlament betont, dass eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik im Euroraum notwendig sei. Gleichzeitig hatte er aber auch erklärt, dass die Wachstumsrisiken zuletzt weiter abgenommen hätten und der Aufschwung zunehmend über die verschiedenen Wirtschaftszweigen und Euro-Länder hinweg solid werde. In Singapur sagte Fed-Mitglied John Williams in einer Rede, dass die USA nahe an der Vollbeschäftigung sei. Die Kommentare wurden von Beobachtern als Hinweis auf eine weitere Zinserhöhung Mitte Juni interpretiert.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,08% tiefer bei 9'024,31 Punkten. Die meisten Aktien notieren dabei zwischen -0,06% und -0,15%.

Bei den Einzeltiteln stehen die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (+2,4%) im Fokus, der am Morgen mit seinen Ergebnisse zum dritten Quartal 2016/17 die Erwartungen übertreffen konnte. Das Unternehmen weist für die Berichtsperiode ein organisches Nullwachstum aus, nachdem es die vorangegangenen beiden Quartale geschrumpft war. Die Analysten hatte auch im dritten Quartal einen weiteren organischen Rückgang und entsprechend einen klar tieferen Umsatz erwartet hatten. Eine Guidance für das Gesamtjahr hat Aryzta erneut nicht gegeben.

Die Titel der Schwergewichte Novartis und Roche (je -0,1%) zeigen sich vorbörslich unauffällig. Das Pharmaunternehmen Novartis hält am Dienstag und Mittwoch in den USA einen Investorenanlass ab, der auf einige Beachtung stossen dürfte. Auch Nestlé (-0,1%) entwickeln sich mit dem Gesamtmarkt.

Bei den Finanzwerten zeigen Credit Suisse (-0,2%) einen etwas grösseren Abschlag. Die Grossbank ist nun ebenfalls in die Affäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB geraten und hat von der Singapurer Finanzmarktaufsicht MAS wegen Verstoss gegen die Geldwäschereibestimmungen eine Busse von knapp 0,5 Mio CHF erhalten. Die Konkurrentin UBS (-0,1%) hatte bereits im vergangenen Oktober von der MAS eine Busse erhalten, die etwa doppelt so hoch ausgefallen war.

Etwas fester zeigen sich im SMI/SLI vorbörslich die Titel der in der Fusion mit Huntsman steckende Clariant (+0,1%) sowie Dufry (+0,4%). Das Duty Free-Unternehmen hat am Morgen eine neue Konzession für sieben Läden in einem US-Flughafen für eine Tochtergesellschaft vermeldet.

Einige Neuigkeiten gibt es derweil vom breiten Markt. So hat das Spezialitäten-Chemieunternehmen Dottikon ES seine Jahreszahlen 2016/17 vorgelegt und dabei wie erwartet Umsatz und Gewinn gesteigert. Da das Unternehmen in künftiges Wachstum investieren will, sollen die Aktionäre erneut auf eine Dividende verzichten.

Investitionen tätigt auch der zur Coop-Gruppe gehörende Fleischverarbeiter Bell: Dieser übernimmt die restlichen 49% der Fertiggerichte-Tochter Hilcona und baut zudem in Österreich einen neuen Produktionsbetrieb auf, wie er am Morgen mitteilte.

Das Biotechunternehmen Molecular Partners hat Fortschritte für ein Krebsmedikament in einer Phase II-Studie vermeldet. Im Laufe des zweiten Halbjahres plane das Unternehmen zudem, bei der US-Gesundheitsbehörde einen Antrag zur Prüfung einer Phase Ib/II-Studie für ein Lungenkrebs-Medikament zu stellen.

Eine deutsche Tochter des Stromkonzerns Alpiq hat dagegen als Teil einer Arbeitsgemeinschaft beim Bau eines finnischen AKW nach jahrelangem Streit eine Niederlage vor Schiedsgericht erlitten. Für die aus zwei Partnern bestehende Arbeitsgemeinschaft bedeutet dies nun Projektaufwendungen von rund 65 Mio EUR.

tp/sig

(AWP)