Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht schwächerer Start erwartet

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich für den letzten Handelstag der Woche eine leicht tiefere Eröffnung ab. Der erneute Raketentest Nordkoreas, mit einem erneuten Überflug Japans, scheint die Märkte nicht sonderlich zu schocken. Selbst in Tokyo zeigte sich der Nikkei, der fester tendierte, unbeeindruckt. Jedoch bedeutet die erneute Provokation auch wieder Unsicherheit, heisst es am Markt. Sollte aus den USA eine robustere verbale Reaktion folgen, könnte dies einmal mehr zu Volatilität führen.
15.09.2017 08:45

Die Vorgaben aus dem US-Handel waren erneut leicht positiv, und der Dow Jones-Index schloss auf einem Rekordwert. Unterstützung kam von den Erwartungen an die Steuerreform von Präsident Donald Trump sowie dem festeren Ölpreis. Die US-Verbraucherpreise hatten zuvor für etwas Zinsfantasie gesorgt. Auch zum Wochenschluss werden wichtige US-Makrodaten im Fokus stehen. Beim SMI könnte es am Mittag mit dem grossen Verfall zu Bewegungen kommen. Die auslaufenden Future- und Optionenkontrakte sorgen am sogenannten "Hexensabbat" oft für kräftige Schwankungen. Auch in der Schlussauktion rechnen Händler mit Ausschlägen, wenn beim SMI die Kappung der Schwergewichte Nestlé und Novartis Richtung 18% per kommenden Montag berücksichtigt wird.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,15% tiefer bei 9'057,89 Punkten. Bis auf wenige Ausnahmen notieren der Grossteil der Titel mit Abgaben um die Marke von -0,2%.

Bei den Banken reagieren Julius Bär (+0,8%) klar positiv auf eine Heraufstufung durch die HSBC auf "Buy" von "Hold". Die langfristige Strategie der Bank trage langsam Früchte, heisst es.

Eine positive Ausnahme bilden auch Adecco (+0,2%), die bereits am Vortag stärker zugelegt hatten.

Die Credit Suisse (unv.) hat derweil eine weitere Altlast aus der Finanzkrise bereinigt und einen Vergleich mit einer US-Versicherung im Streit um Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) geschlossen. Das führt zu einer Vorsteuer-Belastung von 79,5 Mio USD im dritten Quartal. UBS (-0,3%) tendieren etwas tiefer als der Marktschnitt.

Roche (-0,2%) könnten am Freitag unter einer Zulassung für ein Konkurrenzprodukt für sein Medikament Avastin leiden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Biosimilar Mvasi von Amgen genehmigt. Nestlé (-0,2%) hat zudem in den USA eine Lifestyle-Kaffemarke übernommen.

Am breiten Markt zeigen sich Helvetia (-3,2%) nach dem Ausstieg von Raiffeisen deutlich unter Druck. Die Bank trennt sich von ihrem 4%-Anteil an der Versicherung vollständig. Die Vertriebszusammenarbeit der beiden Institute werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, hiess es. Sulzer (-0,2%) verstärkt indes den Bereich Applikationssysteme mit einem Zukauf im Dentalbereich. Die deutsche Transcodent soll im laufenden Jahr einen Umsatz von 17 Mio EUR erreichen.

Auf der Gegenseite stehen Georg Fischer (+0,5%), nachdem die Gesellschaft einen Grossauftrag für das Joint Venture GF Linamar aus der Automobilindustrie erhalten hat. Und Kudelski (+0,6%) konnte erneut einen Auftrag für die Tochter Nagra an Land ziehen.

Aevis Victoria (ohne vorbörslichen Kurs) hat positive Halbjahreszahlen vorgelegt. Der Umsatz wuchs leicht, der Gewinn jedoch kräftiger. Zudem hat Santhera vom EMA-Ausschuss eine negative Beurteilung für Raxone-Zulassungsantrag erhalten.

Unterdessen hat Myriad die Dekotierung von der SIX beantragt. Die Aktien haben im Jahresverlauf rund 65% an Wert eingebüsst.

yr/ys

(AWP)