Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Eröffnung erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt könnte am Montag erneut mit leichten Verlusten in den Handel starten. Auf der Stimmung laste nach wie vor das "gefühlte politische Chaos" in der US-Regierung, heisst es. Zuletzt seien vor allem die Zweifel gestiegen, ob US-Präsident Donald Trump seine vollmundigen Wahlversprechen in grösseren Umfang durchsetzen könne. Am Freitag kündigten zudem Chefstratege Stephen Bannon und Berater Carl Icahn ihren Rückzug an. "Um den US-Präsidenten wird es langsam einsam", so ein Marktanalyst. Die Nervosität und Risikoaversion hält also vorerst an.
21.08.2017 08:45

In den USA gingen die wichtigen Indizes im Vergleich zum Europa-Schluss am Freitagabend denn auch noch klar zurück. An den Börsen Asiens lief es derweil zwar durchwachsen, grössere Ausschläge gab es dabei aber nicht. Ansonsten geht es zum Wochenstart zunächst eher ruhig zu. Auf Konjunkturseite ist es zudem in der gesamtem Woche recht ruhig. Das grösste Event dürfte das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole von Donnerstag bis Samstag werden. Unter anderem werden Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Chef Mario Draghi sprechen; es werden aber keine bedeutenden Aussagen erwartet.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,20% tiefer bei 8'856,63 Punkten. Die meisten Blue Chips verzeichnen Einbussen in diesem Rahmen.

Positive Ausreisser sind Lindt&Sprüngli (+1,1%). Die Namenaktien werden von der UBS neu zum Kauf empfohlen. Das Kursziel erhöhte die Bank deutlich auf 75'000 von zuvor 66'000 CHF. Die Titel hätten sich nun seit zwei Jahren schwächer als der SPI entwickelt, heisst es. 2018 sollte das organische Umsatzwachstum nun jedoch wieder anziehen und zurück in den Bereich der mittelfristigen Ziele des Schokoladenherstellers finden. Am Freitag schlossen die Titel bei 64'250 CHF.

Etwas fester sind zudem Adecco (+0,1%) gestellt, nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs. Die Einstufung bleibt "Neutral". Im zweiten Quartal habe sich das organische Wachstum zwar nicht beschleunigt, aber der Trend sei stabil geblieben, heisst es. Dieses Tempo dürfte auch im zweiten Halbjahr gehalten werden. Dank Verbesserungen in der Produktivität dürften auch die Margen im zweiten Semester ansteigen.

Credit Suisse (-0,2%) und UBS (-0,3%) sind derweil von einer Sammelklage in den USA betroffen. Dabei werfen Pensionsfonds verschiedenen Grossbanken Absprachen bei der Kreditvergabe vor, um so Wettbewerb zu verhindern.

Auch die Schwergewichte Nestlé (-0,3%) sowie Novartis und Roche (-0,2%) könnten etwas tiefer eröffnen. Nestlé sieht sich in den USA einer Klage zum Wassergeschäft ausgesetzt. In einer Sammelklage von Kunden werde dem Lebensmittelkonzern Marketing-Betrug bei der Mineralwassermarke "Poland Spring" vorgeworfen, schreibt das Wall Street Journal.

Am breiten Markt legten am Montag einzig Metall Zug Halbjahreszahlen vor. Im Blick sind zudem noch Basilea, nachdem Franklin Templeton die Beteiligung auf unter 5% reduzierte nach zuvor gut 9%.

ys/cf

(AWP)