Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Eröffnung erwartet - UBS unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte nach einem zurückhaltenden Wochenstart auch am Dienstag mit einer leicht negativen Tendenz in den Handel starten. Der Leitindex SMI hatte am Montag mit Blick auf die gute Performance in der Vorwoche vorerst einmal eine Verschnaufpause eingelegt und die Anleger dürften sich auch weiterhin in Zurückhaltung üben. Am Markt fehlten die Impulse, heisst es. In New York startete die Börse zwar freundlich in die Woche, doch kommt der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial seit Europaschluss aber kaum vom Fleck. Hierzulande belasten die Pläne des Singapurer Staatsfonds GIC, die Beteiligung an der UBS abzubauen, die Aktien der Grossbank.
16.05.2017 08:45

Eine Stütze für Aktien bietet die leichte Erholung der Ölpreise. Grund dafür ist die Aussicht auf eine Fortsetzung der Förderkürzungen führender Ölstaaten. In den USA scheinen dagegen die Zweifel an der Politik des Präsidenten Donald Trump zu wachsen. Zumindest hätten News und Spekulationen aus Washington, wie etwa zum geschassten FBI-Chef oder zum Umgang mit brisanten Geheimdienstinformationen, auf den US-Dollar gedrückt, meint ein Devisenhändler. Ausserdem sei nach den enttäuschenden Einzelhandelsdaten vom Freitag unklar, ob die US-Wirtschaft das schwache erste Quartal wieder so einfach abschütteln könne wie in den letzten Jahren. Am Nachmittag liefern Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung weitere Hinweise zur Entwicklung der US-Wirtschaft.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,16% tiefer bei 9'093,96 Punkten. Am Montag hatte der SMI im frühen Geschäft bei 9'134,35 Zählern einen neuen Jahreshöchststand erreicht.

Die UBS-Titel (-2,0%) dürften am Dienstag weiter unter den Abbauplänen von GIC leiden. Kurz vor Handelsende am Montag hatte die Bank mitgeteilt, dass der Singapurer Staatsfonds seine Beteiligung markant abbauen und 93 Mio Aktien durch ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Anleger verkaufen will. Die Titel rutschten im Anschluss daran um 1,3% auf 16,61 CHF ab. Agenturberichten zufolge hat GIC die Titel zu 16,10 CHF je Stück platziert. CS verlieren derzeit 0,4%.

Ganz im Gegensatz zu den Grossbanken werden die Papiere von Sonova (+0,5%) im vorbörslichen Geschäft gesucht. Der Hörsystem-Hersteller hat Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 auch dank Akquisitionen den Umsatz deutlich gesteigert. Die Gewinnzahlen vermochten indes nicht ganz Schritt zu halten. Für die neue Periode stellt das Management weiteres Wachstum und eine klare Steigerung des operativen Ergebnisses in Aussicht.

Ansonsten sind im vorbörslichen Geschäft keine auffälligen Bewegungen auszumachen. Die meisten Titel stehen leicht im Minus, so auch die Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé. Insbesondere die Pharmawerte hatten am Montag unter leichten Gewinnmitnahmen gelitten, nachdem vor allem Novartis in der Vorwoche stark in die Höhe geklettert waren.

Am breiten Markt hat der Immobilienentwickler Orascom Development im ersten Quartal zwar weniger Umsatz erzielt, gleichzeitig aber auch den Verlust deutlich reduziert. An der Börse hatten die Titel am Vortag im Vorfeld der Zahlenpublikation mit 13% stark zugelegt.

Die Beteiligungsgesellschaft HBM gab derweil am Dienstagmorgen bekannt, dass sie die Dividende für das Geschäftsjahr 2016/17 um 30 Rappen auf 5,80 CHF je Titel erhöht. Wie bereits bekannt, konnte HBM den Gewinn deutlich steigern. Die Pharmaunternehmen Santhera und Kuros machen mit positiven Produktnews auf sich aufmerksam. Dabei bereitet Kuros die Kommerzialisierung seiner ersten Produkte vor und erwägt auch eine Kapitalerhöhung.

mk/tp

(AWP)