Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Eröffnung erwartet - Warten auf Fed

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Mittwoch im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidung in den USA und nach der zuletzt guten Performance mit etwas tieferen Notierungen aufnehmen. Bereits am Vortag hatten sich die Anleger weltweit an die Seitenlinie zurückgezogen. So auch an der Wall Street, wo der Leitindex Dow Jones zwar ein weiteres Rekordhoch markierte, den Handel dabei aber nur leicht im Plus abschloss. Angesichts der Fed-Sitzung hielten viele Anleger das Pulver trocken, meinte ein Händler.
20.09.2017 08:48

Der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank tagt seit Dienstag und wird die Entscheide heute Abend nach Europaschluss verkünden. Am Markt geht man davon aus, dass die Fed den Startschuss für den Abbau ihrer nach der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz geben dürfte. Noch wichtiger dürften aber Aussagen zum Zeitpunkt möglicher weiterer Zinserhöhungen sein, heisst es. Wenig Aufmerksamkeit schenken die Anleger dagegen anderen Themen: So hatte etwa US-Präsident Donald Trump am Dienstag in seiner ersten Rede bei den Vereinten Nationen harsche Worte an die Machthaber in Nordkorea und Iran gerichtet. Und in der Karibik baut sich mit "Maria" der nächste Hurrikan mit grosser Kraft auf.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,19% tiefer bei 9'076,31 Punkten.

Zurzeit herrsche angesichts des Fed-Entscheids beinahe Stillstand an den Aktienmärkten, fasst ein Händler die Lage an der Börse zusammen. Im vorbörslichen Geschäft sind denn auch kaum Bewegungen auszumachen, die meisten Titel büssen 0,1% ein. So beispielsweise auch die Grossbanken UBS und CS, oder die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé.

Für Novartis könnte die EU-Marktzulassung für das Medikament Rydapt in zwei verschiedenen Indikationen den Kurs während des Handels etwas stützen. Zugelassen wurde das Medikament in der Behandlung einer spezifischen Form akuter myeloider Leukämie (AML) und bei Patienten mit aggressiver systemischer Mastocytose (ASM). Derweil hob die CS das Kursziel für Nestlé mit Blick auf den schwächeren Franken leicht an, bestätigte aber gleichzeitig das Rating mit "Underperform".

Etwas deutlicher geben Swiss Re (-0,6%) nach. Nach den Wirbelsturmkatastrophen "Irma" und "Harvey", die vor allem in Florida und Texas verheerende Schäden angerichtet haben, nimmt nun "Maria" als nächster Hurrikan der höchsten Kategorie Kurs auf US-Festland. Der Sturm hat bereits auf den Karibikinseln Dominica und Guadeloupe für Verwüstung gesorgt und könnte der Versicherungsindustrie je nach Schadensausmass in den USA weitere hohe Kosten verursachen. Ausserdem hat RBC das Rating für Swiss Re gesenkt.

Richemont verlieren gar 1,9% bzw. 1,67 CHF. Allerdings werden die Aktien des Luxusgüterkonzerns am Berichtstag mit 1,80 CHF ex-Dividende gehandelt.

Kühne+Nagel (+0,5%) könnten das Geschäft am Tag des Investorentreffens gegen den Markttrend mit festeren Kursen eröffnen. Der Logistikkonzern rechnet weiterhin mit Wachstum und steigenden Marktanteilen. CEO Detlef Trefzger und CFO Markus Blanka-Graff werden in London vor Investoren ein Strategieupdate präsentieren.

Clariant stehen vorbörslich mit 0,1% ebenfalls im Plus. Das Spezialchemiekonzern hat am Dienstagabend auf die vom aktivistischen US-Aktionär White Tale zuvor geäusserten Forderungen reagiert. Clariant hält an der geplanten Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman fest und hat diesen Schritt erneut als "strategisch äusserst sinnvoll" deklariert. White Tale hatte am Dienstag die Beteiligung an Clariant auf über 15% ausgebaut und in einem offenen Brief die ablehnende Haltung zum Zusammenschluss mit Huntsman bekräftigt.

mk/cf

(AWP)