Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Erholung erwartet - GF gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel zur Wochenmitte mit einer etwas festeren Tendenz eröffnen. Nachdem der Leitindex SMI am Vortag auf breiter Front nachgegeben hatte, rechnen Händler mit einer leichten Markterholung. Etwas Rückenwind geben den europäischen Märkten starke Vorgaben aus Asien, insbesondere aus Shanghai und Hongkong. Auf der anderen Seite bleiben die politische Unsicherheiten in den USA ein Thema.
19.07.2017 08:45

Insgesamt erwartet die Anleger jedoch ein an Impulsen armen und mit Blick auf das Sommergeschäft wohl ausgedünnten Handelstag. Belasten könnte dabei nach wie vor die gescheiterte Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump und die Sorge, dass dieser bei der Umsetzung weiterer Wahlversprechen ebenfalls Mühe bekunden wird. Am Nachmittag rückt der Ölbericht aus den USA in den Fokus der Anleger. Zuletzt hatten schwankende Ölpreise immer wieder auf die Börsenstimmung gedrückt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,17% höher bei 8'992,89 Punkten. Das Gros der vorbörslich gehandelten Titel tendiert mit 0,1% oder 0,2% im Plus.

Novartis (+0,1%) könnten die Avancen des Vortages leicht ausbauen. Der Pharmakonzern hatte am Dienstag mit Halbjahreszahlen überzeugt und im schwachen Markt ein Plus von 0,4% erreicht. Am Berichtstag heben nun die Analysten von Bernstein und Société Générale ihre Kursziele an und empfehlen die Titel nach wie vor zum "Kauf". Novartis habe solide abgeschnitten und werde zunehmend eine Wette auf eine gut gefüllte Pipeline, schreibt der Bernstein-Analyst. Die zuletzt zugelassenen Produkte hätten sich gut entwickelt und auch Glivec habe trotz des abgelaufenen Patents gut abgeschnitten, ergänzt der Kollege von Société Générale.

Ebenfalls festere Tendenzen zeigen sich bei den beiden weiteren Schwergewichten Roche und Nestlé (je +0,1%), während Zykliker wie ABB oder Adecco und auch die Grossbankenwerte von UBS und Credit Suisse vorbörslich um je 0,2% zulegen. Am Vortag hatten enttäuschende Zahlen von Goldman Sachs den Bankensektor belastet.

Kühne+Nagel (+0,2%) wusste hingegen den Markt am Vortag mit Geschäftszahlen zu überzeugen, was die Aktie auf neue Allzeithöchststände klettern liess. Die Analystenmeinungen sind jedoch gespalten: Während RBC das Kursziel deutlich erhöht und die Einschätzung mit "Outperform" bestätigt, senkt Goldman Sachs das Kursziel und belässt die Einstufung auf "Sell". Die Resultate für das zweite Quartal des laufenden Jahres verdeutlichten den Druck auf die Bruttomarge und die Preise in den Sparten See- und Luftfracht, so der Goldman-Analyst. Bei RBC rechnet man derweil mit Produktivitätssteigerungen im schwierigen Marktumfeld.

Von einer Ratingerhöhung dürften die Papiere von Lonza (+1,4%) im Mittwochhandel profitieren. Jefferies sieht Lonza neu als "Kauf", denn die Übernahme von Capsugel unterstreiche das Vertrauen in ein langfristig robustes organisches Pharma- und Biotechwachstum, heisst es.

Im breiter gefassten Geschäft hat der Industriekonzern Georg Fischer (GF) im ersten Halbjahr klar mehr Aufträge erhalten als noch vor Jahresfrist und hat sowohl mit dem Umsatz als auch mit den Ergebnissen die Vorgaben der Analysten übertroffen. Die Gruppe geht nun davon aus, dass die firmeneigene mittelfristige Zielsetzung beim Umsatzwachstum übertroffen werden kann. Im vorbörslichen Geschäft werden die Titel um 2,7% höher gesehen.

mk/rw

(AWP)