Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Erholung zum Handelsstart erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt könnte sich zum Handelsstart am Mittwoch von den Verlusten der Vortage allenfalls leicht erholen. Am Dienstag hatte noch ein jüngster Raketentest Nordkoreas die Anleger über weite Strecken deutlich verschreckt. Später zeigten sich die Akteure an der Wall Street allerdings relativ gelassen, was am Markt auch damit begründet wurde, dass US-Präsident Donald Trump als Reaktion keine unmittelbaren Massnahmen androhte.
30.08.2017 08:45

Am Schluss stemmten sich die wichtigsten US-Indizes gegen den schwachen Trend und legten zu. Auch die Anleger in Asien erholten sich schnell vom Schock der erstmals ohne Ankündigung über Japan hinweg geschossenen Mittelstreckenrakete.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,34% höher bei 8'844,74 Punkten. Die meisten Blue Chips stehen 0,3 bis 0,4% im Plus.

Positiv Ausreisser sind Bâloise (+2,4%). Denn mit den am Morgen vorgelegten Kennzahlen hat der Versicherer die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Gewinn konnte im ersten Halbjahr deutlich gesteigert werden. Auch gelang es, den Schaden-Kosten-Satz zu verbessern.

Auch Aryzta (+1,4%) werden deutlich höher gesehen. Berenberg senkte zwar das Kursziel, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Der zuständige Analyst sehe noch erhebliches Kurspotenzial. Alles blicke beim Backwarenkonzern nun auf den am 12. September startenden neuen CEO Kevin Toland, schreibt er. Sein Aufgabe werde sein, die operative Leistung und die Margen zu verbessern durch Kostensenkungen sowie eine bessere Kapazitätsauslastung im Kerngeschäft. Dies sei zwar nicht unmöglich, benötige aber Zeit.

Die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche (+0,3%) tendieren allesamt im Rahmen des Gesamtmarkts.

Swiss Re (+0,3%) und Zurich (+0,4%) notieren vorbörslich ebenfalls etwas höher, nachdem sie am Vortag noch wegen der allgemein schlechten Börsenstimmung, aber auch wegen des in den USA wütenden Sturms "Harvey" belastet waren. Für Houston und Umgebung gibt es derweil noch keine Entwarnung.

Auch die Grossbankentitel Credit Suisse (+0,4%) und UBS (+0,5%) stehen wieder besser da, nachdem sie am Vortag ebenfalls besonders schlecht abgeschnitten haben. Eine Asset-Management-Sparte der CS, NEXT Investors, kauft derweil einen Mehrheitsanteil an Sapience, einem Anbieter von Systemen zur Mitarbeiter-Analyse. Dabei geht es um die Verbesserung von Arbeitsabläufen und um die Steigerung der Produktivität. Mit der Investition soll das Engagement von Sapience in den USA unterstützt werden, und das Unternehmen verlegt zudem seinen Hauptsitz von Indien dorthin.

Bei Schindler (-0,2%) belastet hingegen eine Herabstufung auf "Equal Weight" durch Morgan Stanley, wie im Handel zu hören ist.

Am breiten Markt zeigen sich GAM (+1,0%) etwas fester als die breite Masse. Die UBS erhöhte für die Aktie des Asset Managers das Kursziel, belässt die Einstufung allerdings auf "Neutral". Gestützt auf besser als erwartet ausgefallene Vermögenszuflüsse seien die Schätzungen leicht angehoben worden, heisst es. Das Unternehmen gehe derzeit verschiedene Problemzonen an und mache damit Schritte in die richtige Richtung.

ys/ra

(AWP)