Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Verluste erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Freitag wohl mit leichten Verlusten starten. Zwar zeigten sich die US-Anleger wieder in Kauflaune, die Wall Street schloss aber unter dem Niveau zum Börsenende in Europa. Derweil zogen in Asien die Märkte dank des schwachen Yen deutlich an.
28.09.2018 08:45

Im Fokus steht das Budget in Italien. Entgegen der Hoffnung vieler Marktteilnehmer hat die neue Regierung das Defizit mit 2,4 Prozent deutlich höher angesetzt als von Finanzminister Giovanni Tria vorgesehen. Auch Brüssel hätte wohl lieber einen Wert unter der 2-Prozent-Marke gesehen. Damit ist laut Händlern ein Streit quasi vorprogrammiert. "Insgesamt dürfte uns also ein durchaus lebendiger Wochenausklang bevorstehen", sagte ein Börsianer. Trotz aller Querelen um Handelsstreit, Brexit und Italien sieht es derzeit aber so aus, als ob der SMI das dritte Quartal mit Gewinnen und über der Marke von 9'000 Punkten abschliesst.

Gegen 8.15 Uhr verliert der SMI im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 0,11 Prozent auf 9'101,76 Punkte.

Nachrichten von Bluechips gab es kaum, lediglich Roche (-0,1%) vermeldete einen Zukauf im Bereich der Immunonkologie. Der Pharmakonzern übernimmt die britische Tusk Therapeutics für insgesamt bis zu 655 Millionen Euro, davon 70 Millionen als Vorabzahlung und bis zu 585 Millionen als Meilensteinzahlungen. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis und Nestlé zeigen sich ebenfalls im Einklang mit dem Gesamtmarkt.

Einen Blick wert sind am Freitag Swisscom (-0,1%). Der Nationalrat hat die Öffnung des Glasfasernetzes des "blauen Riesen" für die Konkurrenz abgelehnt. Damit schauen Sunrise, UPC, Salt und Co in die Röhre.

Sonova (-0,1%) profitieren noch nicht von einer Kurszielerhöhung durch die Credit Suisse. Bei GAM (-1,1%) kommt es derweil erneut zu einem Abgang im Management - Compliance-Chefin Natalie Baylis verlässt den Vermögensverwalter nach nur fünf Monaten.

Im Fokus steht der Börsengang des Getränkekartonherstellers SIG Combibloc. Der Angebotspreis wurde auf 11,25 Franken je Aktie festgelegt und liegt damit am unteren Ende der Preisspanne von 11 bis 12 Franken. Damit wird eine Börsenkapitalisierung von 3,6 Milliarden impliziert. Auf ein solches Gewicht brachte es keiner der bisherigen neun Börsengänge an der SIX im laufenden Jahr.

Einige Unternehmen der zweiten Reihe nutzten den letzten Tag des Quartals, um noch fristgerecht ihre Halbjahresergebnisse vorzulegen. So erzielte der Westschweizer Energiespeicher-Hersteller Leclanché eine Umsatzverdoppelung, der operative Verlust wurde durch Sondereinflüsse allerdings deutlich ausgeweitet.

Dank einer Vereinbarung mit dem US-Partner Indivior erzielte derweil das Biotechunternehmen Addex einen Gewinn im ersten Semester. Die Beteiligungsgesellschaft Airesis schreibt indes weiter rote Zahlen, grenzte den Verlust aber ein.

dm/ra

(AWP)