Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Verluste - Geberit nach Zahlen unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte gemäss den vorbörslichen Kursen die Sitzung vom Donnerstag mit leichten Verlusten eröffnen. Nach der verbesserten Stimmung und leichten Avancen am Vortag zeichnet sich damit bereits wieder eine Wende ab. Händler verweisen dabei auf das am Vorabend veröffentlichte Fed-Protokoll. An der Wall Street waren die Kurse nach der Veröffentlichung zunächst gestiegen, hatten anschliessend jedoch einen Teil der Gewinne wieder abgegeben.
17.08.2017 08:45

Das Protokoll habe deutlich gemacht, dass die aktuelle Inflationsschwäche zunehmend als Problem gesehen werde, heisst es im Handel. Es stelle sich die Frage, wieso die Inflation trotz starkem Arbeitsmarkt nicht ansteige bzw. wie die US-Notenbank darauf reagieren soll. Hierzulande stehen aber vor allem einige Blue Chips nach Zahlen im Fokus, insbesondere Geberit und Swisscom. Während erstere zumindest vorbörslich abgestraft werden, legen letztere klar zu.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,15% tiefer bei 9'024,02 Punkten. Die meisten Blue Chips bewegen sich dabei mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarkts.

Deutlich unter Druck kommen dürften hingegen Geberit (-3,6%). Der Sanitär-Techniker hat vorbörslich seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Da das Papier zudem zuletzt vom schwachen Franken profitiert hat und auf Allzeit-Hoch geklettert ist, dürften viele Anleger die jüngsten Gewinne mitnehmen.

Besser in den Handel starten könnten Swisscom (+1,4%). Der grösste Schweizer Telekom-Anbieter hat auf Gewinnstufe deutlich über den Erwartungen abgeschnitten. Geholfen haben dürfte eine Entschädigung aus einem Rechtsverfahren bei der italienischen Tochter Fastweb, heisst es im Markt. Entsprechend wird die EBITDA-Prognose leicht angehoben. Die Erholung bei der Aktie, die Anfang zweites Quartal eingesetzt hat, könnte somit noch einige Zeit weitergehen.

Daneben haben weitere zwölf Small- und Midcaps ihre Halbjahreszahlen offengelegt, wobei es für die wenigsten vorbörsliche Kurse gibt. Ausnahmen sind Kudelski (-2,6%) und Straumann (-0,1%). Der Technologiekonzern hat vor allem die EBIT-Prognosen deutlich verfehlt, während der Zahnimplantate-Hersteller die Schätzungen erreicht hat und ausserdem den Einstieg in die Kieferorthopädie bekanntgegeben hat.

Zu den weiteren Unternehmen, die den Halbjahresbericht veröffentlicht haben, gehören Ascom, Bank Linth, Bell, BCV, Cham Paper, Cicor, Hochdorf, SGKB, Walter Meier und Von Roll.

Weiter im Aufwind könnten Tecan (+1,6%) stehen. Der Laborausrüster hatte am Vortag nach Zahlen deutlich zugelegt und könnte jetzt von diversen Kurszielerhöhungen profitieren.

uh/ys

(AWP)