Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Verluste zur Eröffnung erwartet - Nestlé stützt

Der Schweizer Aktienmarkt könnte gemäss vorbörslichen Indikationen am Dienstag tiefer in den Handel starten. An der Wall Street hatte eine weitere Verschärfung der Kriegsrhetorik zwischen Nordkorea und den USA die Stimmung belastet. In New York drohte der nordkoreanische Aussenminister mit dem Abschuss von US-Kampfflugzeugen. Denn die USA hätten seinem Land den Krieg erklärt, so dieser.
26.09.2017 08:45

Zudem schreibt ein Marktanalyst: Die optimistischen Schlüsse, die die Märkte aus dem Wahlergebnis in Deutschland vom Wochenende gezogen haben, könnten voreilig gewesen sein. Es sei gefährlich, aus der Wiederwahl von Angela Merkel das Ende der populistischen Tendenzen abzuleiten. Im Tagesverlauf wird noch Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede halten, allerdings erst nach Börsenschluss in Europa. Zuvor stehen diverse US-Daten für den Nachmittag auf der Agenda. Hierzulande liegt das Hauptaugenmerk am Berichtstag allerdings auf dem Schwergewicht Nestlé mit einem Investorentag unter dem neuen CEO Mark Schneider.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 08.20 Uhr 0,37% auf 9'106,64 Punkte. Am Vortag hatte er - hauptsächlich wegen der Unterstützung der Schwergewichte - die Gewinne der Vorwoche gehalten.

Positive Ausreisser sind vorbörslich Nestlé (+0,5%). Der Nahrungsmittelkonzern hält am mittelfristigen Wachstumsziel fest. Neu wurde ein Ziel für die operative Ergebnismarge formuliert, die bis 2020 im Bereich von 17,5 bis 18,5% liegen soll. Für den Zeitraum bis 2016 galt ein Wert von 16,0%. Das im vergangenen Juni angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 20 Mrd CHF soll zudem beschleunigt und gleichmässig auf drei Jahre verteilt werden.

Für Roche (-0,5%) senkte Exane BNP das Rating auf "Underperform" von zuvor "Neutral" sowie das Kursziel. In der Produktpipeline habe sich das Gefüge von den Chancen verstärkt in Richtung der Risiken verschoben, heisst es. Dabei werden einige Enttäuschungen in der Forschung sowie die wachsende Konkurrenz vonseiten der Biosimilars genannt. Auch liege die erwartete Umsatzentwicklung am unteren Ende der Tabelle im Vergleich mit grossen europäischen Pharmakonzernen.

Auch das dritte Schwergewicht Novartis (-0,6%) wird tiefer gestellt. Vas Narasimhan, der per 1. Februar 2018 Joseph Jimenez als CEO ersetzt, will auf digitale Technologien setzen. Mit einem effizienten Einsatz könnten bei klinischen Studien bis zu 25% der Kosten eingespart werden, sagte er im Interview mit der "Financial Times". Mit Grössenvorteilen erzeuge das eine grosse Wirkung.

Swiss Re (-0,5%) und Zurich (-0,7%) verlieren ebenfalls klar. Der Hurrikan "Maria", der vergangene Woche über die Karibik hinweg gezogen ist und schwere Schäden verursacht hat, dürfte die Versicherungsindustrie teuer zu stehen kommen. Der Katastrophen-Spezialist AIR Worldwide schätzt die versicherten Kosten in einer ersten Schätzung auf 40 bis 85 Mrd USD.

Noch deutlicher könnten UBS (-0,9%) und CS (-0,8%) nach den bereits hohen Verlusten vom Vortag erneut einbüssen. US-Notenbankmitglied Charles Evans sprach sich am Vorabend für eine abwartende Geldpolitik aus: Vor einer nächsten Zinserhöhung sollte man auf klare Zeichen für einen steigenden Lohn- und Preisdruck warten, forderte der Präsident der regionalen Notenbank von Chicago, der für eine eher lockere Geldpolitik steht. Eine zu frühe Zinserhöhung könnte das Erreichen des Inflationsziels verschieben. Er sei angesichts der niedrigen Inflationserwartungen besorgt.

Noch deutlicher verlieren nur Aryzta (-1,2%) - nach dem starken Plus von fast 5% am Dienstag nach der Zahlenvorlage. Am Morgen sind weitere - eher negativere - Kommentare inklusive Kurszielsenkungen eingetroffen.

ys/ra

(AWP)