Aktien Schweiz Vorbörse: Leichtere Eröffnung erwartet - negative Vorgaben

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte mit leichten Abgaben in den letzten Handelstag der Woche Tag starten. Nach wie vor belasten Unsicherheiten die Stimmung, so ein Händler. Die sinkenden Renditen am Anleihemarkt sowie politische Spannungen drücken auf die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones hatte am Vorabend seine Verluste nach dem Handelsschluss in Europa weiter ausgebaut und auch die Märkte in Asien weisen rote Vorzeichen auf. Stabilisierend wirkte die Ankündigung der Bank of Japan unbegrenzt zehnjährige japanische Staatsanleihen zu einem bestimmten Preis zurückzukaufen.
07.07.2017 08:45

Auch die Spannungen um Nordkorea sowie die Unsicherheit um eine möglicherweise strafferen Geldpolitik in der Eurozone und den USA belasten die Stimmung. Die Erwartungen an den in Hamburg stattfindenden G20-Gipfel sind offenbar ebenfalls nicht allzu hoch. Am Nachmittag steht der offizielle Arbeitsmarktbericht aus den USA und die Entwicklung der Löhne und Gehälter im Fokus, nachdem der ADP-Bericht für den Privatsektor eine weniger günstige Entwicklung angedeutet hatte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,17% tiefer bei 8'872,08 Punkten. Die 20 SMI-Werte notieren vorbörslich alle in einer Spannbreite zwischen -0,1% und -0,3%.

Die Index-Schwergewichte dürften auch zum Wochenschluss die Richtung vorgeben. Bei den Genussscheinen des Pharmakonzerns Roche (vorbörslich -0,2%) könnte eine Herabstufung der Deutschen Bank auf "Hold" von "Buy" belasten. Auch das Kursziel wurde gesenkt. Begründet wird der Schritt mit dem Chance-Risiko-Verhältnis. Dabei wird das Gewinnpotenzial neuer Mittel dem Risiko durch Biosimilars gegenübergestellt.

Für die weiter mit "Hold" bewerteten Novartis-Aktien (-0,2%) hebt die Deutsche Bank unterdessen das Kursziel leicht an. Der Analyst rechnet mit einer Verbesserung im zweiten Quartal, die auch im zweiten Halbjahr anhalten dürfte.

Nestlé bleiben ebenfalls im Gesamtschnitt, genauso wie die Bankaktien von UBS und Credit Suisse (je -0,2%). Für Letztere hat Kepler Cheuvreux das Kursziel angehoben und empfiehlt weiter mit "Buy". Seit der Kapitalerhöhung hätten sich die Aktien merklich bewegt und die Grossbank sei auf gutem Weg zu einem besseren Geschäftsmodell. Die Royal Bank of Canada hat unterdessen die Bewertung der CS mit "Sector Perform" wieder aufgenommen.

Etwas deutlicher zeigen sich einzig die Zykliker ABB und Adecco mit -0,3% belastet. SGS (-0,1%) hat in Grossbritannien eine kleinere Akquisition getätigt und ein Textil-Labor übernommen.

Die Aktien von Lindt&Sprüngli (-0,1%) haben nur ein kurzes Gastspiel im SLI gehabt. Per 18. September werden sie von Logitech (-0,2%) ersetzt, nachdem sie erst Mitte Mai die ausscheidende Syngenta ersetzt hatten. In den SMIM-Index der 30 liquidesten und grössten Titel nach dem SMI steigen Galenica auf, während Sulzer (-0,2%) herausfällt.

Schwächster vorbörslicher Wert ist Clariant mit -0,4%. Nach oben brechen nachrichtenlos Panalpina mit +0,1% aus.

Im breiten Markt sind Comet einen Blick wert. Das Industrieunternehmen hat vorab starke Umsatzzahlen für das erste Halbjahr mit einem Anstieg um 43% auf 214 Mio CHF gemeldet. Auch der Reingewinn liege deutlich über dem Vorjahr. Ein starkes Halbleitergeschäft und gleichzeitig verbesserte Kostenstrukturen hätten positiv gewirkt.

yr/ra

(AWP)