Aktien Schweiz Vorbörse: Leichtes Plus erwartet - Adecco nach Zahlen unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Dienstag nach dem verhaltenen Wochenstart mit leicht steigender Tendenz eröffnen. Dabei nimmt der Leitindex SMI zunächst Kurs auf die Marke von 9'300 Punkten und könnte später gar neue Jahreshöchstwerte ins Visier nehmen. Unterstützung erhält die Börse von freundlichen Vorgaben aus den USA, die bereits den asiatischen Märkten Schwung verliehen haben. Gute Unternehmensergebnisse sowie Fusionsfantasien in der Chipbranche würden das Sentiment am Markt etwas stützen, doch fehlten nach wie vor richtungsweisende Impulse, meinen Händler.
07.11.2017 08:45

Klare Impulse dürfte im Verlauf des Handels auch EZB-Chef Mario Draghi nicht liefern. Draghi hält an der EZB-Konferenz zum Thema Bankenaufsicht in Frankfurt unter anderem die Eröffnungsrede und werde dabei wohl kaum über die Geldpolitik sprechen. Damit verliere die Rede für die Aktienmärkte an Brisanz, heisst es im Handel. Leicht belasten könnten Industriedaten aus Deutschland. Die Industrieproduktion ist im September stärker als erwartet zurückgegangen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI notiert um 08.20 Uhr 0,12% höher bei 9'300,06 Punkten, wobei die meisten Blue Chips um 0,1 beziehungsweise 0,2% zulegen können.

Die Aktien von Adecco büssen vorbörslich jedoch um 1,2% ein. Der Personalvermittler ist im dritten Quartal zwar erwartungsgemäss in etwa gleich schnell gewachsen wie in den beiden Quartalen zuvor. Auf Gewinnstufe verfehlte Adecco jedoch die Vorgaben. Der Grund dafür dürfte ein Abschreiber sein, der nach der Überarbeitung des Markenportfolios vorgenommen worden ist.

Weiter unter Abgabedruck stehen im vorbörslichen Geschäft auch Julius Bär (-0,3%), nachdem die Titel bereits am Montag zu den grössten Verlierern zählten. HSBC hat das Rating nach dem zuletzt guten Lauf der Aktie auf "Hold" von bislang "Buy" gesenkt. Der HSBC-Analyst rechnet mit einem starken Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten. Dies sei allerdings bereits in den Markterwartungen berücksichtigt, heisst es. Den Bericht legt Julius Bär in knapp zwei Wochen vor.

Leicht steigende Kurse werden bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie bei den Schwergewichten Novartis, Nestlé und Roche (alle +0,2%) erwartet. Roche könnte Meldungen zu US-Zulassungen etwas Rückenwind erhalten. So gab es für das Krebsmittel Alecensa die Zulassungserweiterung als Erstlinientherapie zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC). Und Zelboraf wurde zur Behandlung der seltenen Blutkrankheit Erdheim-Chester-Erkrankung zugelassen.

Im breiten Markt hat der Kolbenkompressoren-Hersteller Burckhardt Compression (-3,2%) im ersten Halbjahr 2017/18 die Erwartungen der Analysten nicht erreicht. Dabei sind die Bestellungen leicht zurückgegangen, während die Analystengemeinde mit einem moderaten Anstieg gerechnet hatten. Und auch im Ergebnis kam es zu einem Einbruch anstatt einer Zunahme. Trotz allem sieht sich die Gruppe auf Kurs, die eigenen Geschäftsziele im Gesamtjahr zu erreichen.

Einen Erfolg hat Implenia (kein vorbörslicher Kurs) zu verbuchen. Der Baukonzern hat den Auftrag zum Bau eines neuen UNO-Verwaltungsgebäudes in Genf erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt rund 100 Mio CHF. Unter Abgabedruck stehen ohne News derweil AMS (-0,5%).

mk/cp

(AWP)