Aktien Schweiz Vorbörse: Minus - Brexit-Sorgen belasten

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte mit moderaten Verlusten in die neue Woche starten. Der Leitindex SMI wird dabei voraussichtlich wieder unter die 8'800-Punkte-Marke fallen, über die er am Freitag gestiegen war. Als Hauptgrund für die Zurückhaltung der Investoren gilt die Unsicherheit rund um den Brexit. Ein Tag vor der wichtigen Abstimmung im britischen Unterhaus ist Hektik ausgebrochen.
14.01.2019 08:40

So richten EU-Parlamentarier einen emotionalen Appell an die Briten, sie sollten den Austritt aus der EU nochmals überdenken. Auch kursieren Gerüchte, wonach der Brexit verschoben werden könnte. Abgesehen davon verweisen Händler aber auch auf die seit Anfang Jahr markant gestiegenen Kurse, welche einen Marschhalt generell begünstigten. Zudem deuteten die neusten chinesischen Wirtschaftsdaten darauf hin, dass der Handelsstreit Spuren in der Realwirtschaft hinterlässt - was der Stimmung an den Märkten ebenfalls nicht zuträglich ist.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Leitindex SMI notiert gegen 8.20 Uhr 0,44 Prozent tiefer bei 8'789,53 Punkten. Zur Einordnung: In der Vorwoche hatte der SMI um 2,6 Prozent zugelegt und in der Woche davor schon um 2,1 Prozent. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren vorbörslich nur drei im Plus.

Die grössten Verluste bei den Blue Chips zeichnen sich vorbörslich bei Geberit (-2,0%) ab, nachdem die UBS-Analysten neuerdings zu einem Verkauf der Papiere raten. Das Unternehmen wird am Donnerstag Umsatzzahlen vorlegen.

Dahinter geht es mit den beiden Luxusgüterpapieren von Richemont und Swatch (je -1,4%) am stärksten bergab. Ein Belastungsfaktor sind hier die schwachen Aussenhandelszahlen aus China, das ein Schlüsselmarkt für beide Unternehmen ist.

Im roten Bereich dürften auch AMS (-1,4%) eröffnen. Die Titel werden von schlecht aufgenommenen News des Konkurrenten Dialog Semiconductor in Mitleidenschaft gezogen.

Wenig Spuren hinterlassen hingegen die Neuigkeiten von Julius Bär (-0,3%). Beim Vermögensverwalter geht die Ära von Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter zu Ende. Sein Nachfolger soll SIX-Präsident Romeo Lacher werden.

Die drei einzigen Gewinner bei den Blue Chips sind Sonova (+1,6%), Temenos (+0,6%) und Swisscom (+0,5%). Bei Sonova und Swisscom stehen die Signale dank Ratingerhöhungen durch UBS rsp. HSBC auf grün. Bei Temenos dürfte sich ein Auftrag von Bloomberg positiv bemerkbar machen.

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(AWP)