Aktien Schweiz Vorbörse: Moderat fester erwartet - Bilanzsaison läuft an

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag fester eröffnen und damit den Aufwärtskurs vom Vortag zunächst fortsetzen. Die Vorgaben sind moderat positiv: Am Vorabend hatte der US-Leitindex Dow Jones nach den Äusserungen der US-Notenbankchefin Janet Yellen im frühen Handel neue Rekordstände erreicht, allerdings hat er sich nach dem europäischen Börsenschluss nur noch wenig bewegt. Auch die meisten asiatischen Börsen haben in der Nacht auf Donnerstag zugelegt.
13.07.2017 08:45

Yellen habe den Markt mit überraschend moderaten geldpolitischen Signalen beruhigt, sagte ein Händler. Nicht zuletzt scheine die US-Notenbank unsicher über die anhaltend tiefen Inflationsraten und könnte deshalb bezüglich weiterer Zinsschritte "besonders vorsichtig" agieren, so ein weiterer Kommentator. In China überraschten zudem im Juni sowohl die Ex- als auch die Importe mit stärkerer Zunahme als erwartet. In den Blickpunkt der Märkte rückt nun zudem die auch hierzulande anlaufende Halbjahres-Berichtssaison.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr um 0,18% im Plus bei 9'032,14 Punkten. Die vorbörslich indizierten SMI-Titel notieren dabei zwischen 0,12% und 0,20% im Plus.

Die am Vortag starken Pharmatitel Novartis und Roche werden 0,2% höher gestellt. Novartis vermeldete in der Nacht auf Donnerstag aus den USA eine Zulassungsempfehlung eines beratenden Ausschusses für seine Zelltherapie CTL019 bei Leukämie. Die US-Zulassungsbehörde FDA folgt in der Regel den Empfehlungen ihres Ausschusses. Im Jahresverlauf seien weitere Anträge für CTL019 in den USA und der EU geplant, kündigte Novartis an.

Bei den Finanztiteln legen die unlängst in den SLI aufgenommene Partners Group nach Halbjahreszahlen 2,7% zu. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hat im ersten Semester deutlich mehr Kundennachfragen verzeichnet als im Vorjahr und damit die Markterwartungen übertroffen. Auch die verwalteten Vermögen lagen etwas über den Erwartungen.

Die Grossbankentitel UBS (+0,2%) und CS (+0,3%), die am Vortag zu den schwächsten Bluechips gehört hatten, notieren klar im Plus. Auch diverse Zykliker wie Adecco oder ABB (+0,3%) werden vorbörslich höher gestellt. Etwas moderater legen Geberit (+0,1%) zu. Das Sanitärunternehmen kann nach monatelangen Verhandlungen mit den Gewerkschaften nun zwei Fabriken in Frankreich schliessen. Die Kosten der Schliessung dürften das Geberit-Resultat im zweiten Quartal 2017 mit 44 Mio CHF belasten, was etwas über den Ankündigungen liegt.

Gut aufgenommen werden die am Morgen bekanntgegebenen neuen Zahlen des Schokoladeproduzenten Barry Callebaut (Titel +1,0%). Dieser hat in den ersten neun Monaten des verschobenen Geschäftsjahres 2016/17 die Verkaufsmenge und den Umsatz gesteigert, wobei er das Wachstum im dritten Quartal noch beschleunigte. Die Mittelfristziele bestätigt das Unternehmen.

Als durchzogen werden im Handel die Halbjahresresultate des im breiten Markt kotierten Handelskonzerns DKSH (kein Kurs) eingeschätzt. Dieser hat beim Umsatz und beim Reingewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt, während das Betriebsergebnis etwas über den Schätzungen ausfiel. Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt das DKSH-Management derweil eher vage.

Eine starke Umsatz- und Gewinnsteigerung verzeichnet das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (kein Kurs), allerdings war dies vom Unternehmen bereits vor Monatsfrist angekündigt worden. Der Umsatz fiel nun knapp unter den Schätzungen der Analysten, der Reingewinn dagegen noch darüber aus. Bereits am Mittwochabend hatte die Hypothekarbank Lenzburg ihre Halbjahresergebnisse bekanntgegeben, die Regionalbank konnte den Gewinn in der ersten Jahreshälfte halten.

Beim Börsengang der Versandapotheke Zur Rose haben die Syndikatsbanken zudem die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt. Damit sind im IPO insgesamt 1,8 Mio Aktien oder 29% des gesamten Aktienkapitals platziert worden.

tp/cf

(AWP)