Aktien Schweiz Vorbörse: Nordkorea-Konflikt vertreibt Anleger

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Dienstag wohl erneut tiefer eröffnen und steuert damit auf den fünften Verlusttag in Folge zu. Als Grund für die sinkenden Kurse gilt einmal mehr der Nordkorea-Konflikt; dieser verursacht bei den Investoren Sorgenfalten. Diktator Kim Jong Un liess erneut eine ballistische Rakete abfeuern, die dieses Mal über Japan flog. Damit wurde eine neue Eskalationsstufe erreicht, da erstmals eine Rakete ohne Ankündigung über Japan hinweg flog.
29.08.2017 08:45

Bereits an den asiatischen Finanzmärkten kam es zu einem Run in vermeintlich sichere Anlagen - Aktien sind vor diesem Hintergrund nicht gefragt. Gleichzeitig kletterte der Goldpreis auf den höchsten Stand seit November 2016. Auch der als sicher geltende Anlagen Schweizer Franken war gefragt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,35% tiefer bei 8'833,20 Punkten. Fast alle Blue Chips verzeichnen Einbussen im Rahmen von 0,3% bis 0,6%.

Einzige Ausnahme sind Clariant, die mit einem vorbörslichen Plus von 0,6% positiv herausstechen. Am Vortag hatten die Papiere zeitweise deutlich nachgegeben, weil im Handel nach dem Sturm "Harvey" über mögliche Schäden beim Fusionspartner Huntsman spekuliert worden war. Huntsman hat seinen Hauptsitz in der hart vom Wirbelsturm getroffenen Stadt Houston. Wie Huntsman inzwischen mitgeteilt hat, wurden die Produktionsstätten in den betroffenen Gebieten in Texas sicher heruntergefahren, andere Standorte in der Golfregion könnten indes weiter betrieben werden.

Auch SGS (-0,2%) hatten zu Wochenauftakt überdurchschnittlich nachgegeben. Denn der Genfer Wareninspektionskonzern ist auch im Öl- und Gasbereich tätig, und "Harvey" hat mit Texas ein für diese Branche wichtiges Gebiet getroffen.

Die weitere Kursentwicklung der Versicherer Zurich (-0,4%) und Swiss Re (-0,3%) wird wohl stark davon abhängen, wie hoch genau die versicherten Schäden aus dem Sturm tatsächlich ausfallen. Experten rechnen mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe.

Nur wenig profitieren die Partizipationsscheine von Schindler (-0,4%) von einem Analystenvotum durch Goldman Sachs. Dessen Analysten haben das Kursziel für den Lift- und Rolltreppenhersteller marginal erhöht und ihre Einstufung "Neutral" bekräftigt.

Am breiten Markt haben diverse Unternehmen Halbjahreszahlen vorgelegt. So etwa die Immobiliengesellschaften Allreal und SFPI, das Verlagshaus Tamedia, die Finanzgruppe Valartis, der Flaschenhersteller Vetropack, der Flughafen Zürich sowie die beiden Industriekonzerne Feintool und KTM.

ra/rw

(AWP)