Aktien Schweiz Vorbörse: Novartis und Nestlé ziehen SMI weiter nach oben

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte gemäss vorbörslichen Indikationen auch zu Beginn der neuen Woche auf Rekordkurs bleiben. Für etwas Rückenwind sorgt laut Händlern eine Erholung der Ölpreise, die von der Aussicht auf längere Förderkürzungen durch die OPEC-Staaten profitierten. Eher positiv gesehen werden auch die Wahlen im bundesdeutschen Land Nordrhein-Westfalen, wo die CDU von Angela Merkel einen klaren Wahlsieg gegen die SPD eingefahren hat. Etwas auf die Stimmung schlagen könnte einzig, dass in China die Industrieproduktion im April deutlich langsamer stieg als noch im März.
15.05.2017 08:44

Grundsätzlich sprechen Börsianer aber von einer weiterhin guten Stimmung am Aktienmarkt, wenngleich das Risiko für einen Rückschlag nach dem jüngsten Anstieg natürlich steige. Hierzulande bleiben Novartis nach dem starken Anstieg am Freitag im Fokus. In der britischen Presse war am Sonntag von einer grösseren Transaktion mit GSK die Rede.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,43% höher bei 9'163,03 Punkten. Zum Allzeithoch von Mitte 2007 bei gut 9500 Punkten fehlen keine 5% mehr. Werden die Dividenden mitgerechnet wie etwa beim Swiss Performance Index SPI, bewegt sich der Schweizer Aktienmarkt schon klar auf Allzeithoch-Niveau.

Gut gesucht sind zum Wochenbeginn weiter Novartis (+0,7%). Der Titel hatte am Freitag mit +2,5% bereits stark zugelegt und damit als Index-Schwergewicht dem SMI Schub gegeben. Laut der "Sunday Times" soll der britische Pharmakonzern GSK den Anteil von Novartis an einem gemeinsamen Joint Venture im Bereich der rezeptfreien Medikamente (OTC) für rund 8 Mrd GBP bzw. über 10 Mrd CHF übernehmen. Die Basler halten an dem 2014 neu gebildeten JV einen Anteil von gut einem Drittel.

Der Markt wird allerdings auch von Nestlé (+0,7%), dem grössten Schweizer Börsentitel, angeschoben. Die Papiere des Westschweizer Nahrungsmittel-Multis notieren schon seit einiger Zeit auf Allzeithoch-Niveau, wobei es keine konkreten Erklärungen dafür gibt. Gewöhnlich wird die Avance jeweils mit dem neuen CEO Mark Schneider begründet. Für den heutigen Anstieg könnte auch Merrill Lynch verantwortlich sein. Die US-Bank hat den Titel auf ihre sogenannte Europe1-Liste mit Kursziel 100 CHF (Schluss Freitag 81,40) gesetzt. Etwas zurück bleiben derweil von den SMI-Schweizergewichten Roche (+0,1%).

Deutlich höher dürften bei den Blue Chips auch Dufry (+1,5%) eröffnen. Der chinesische Mischkonzern HNA Group hat seinen Anteil am Reisedetailhändler weiter ausgebaut. Neu halten die Chinesen, die vor wenigen Monaten bereits den Airline-Caterer Gategroup vollständig übernommen hatten, einen Anteil von knapp 21%, zuvor war ein Anteil von knapp 17% gemeldet.

Ansonsten halten sich die vorbörslichen Veränderungen in Grenzen. Etwas überdurchschnittlich gesucht sind einzig noch die Uhren- und Luxusgütertitel Richemont und Swatch (je +1,5%), die allerdings am Freitag nach Richemont-Zahlen stark an Wert eingebüsst hatten.

Ex-Dividende werden am Montag derweil u.a. PartnersGroup (15,00 CHF) und Temenos (0,55 CHF) gehandelt.

Per heute werden auch wieder Änderungen in den wichtigsten Indizes der Schweizer Börse SIX wirksam. Die bevorstehende Übernahme von Syngenta durch ChemChina führte dazu, dass die Titel des Agrochemiekonzerns aus dem SMI ausscheiden und durch die Papiere des Baustoffkonzerns Sika (+0,2%) ersetzt werden. Gleichzeitig werden diese im SMIM-Index durch die Aktien des Handelsunternehmens DKSH ersetzt. In den SLI-Index rücken die Namenaktien des Schokoladekonzerns Lindt & Sprüngli (PS +0,1%) nach.

uh/cp

(AWP)